Dr. Christian A. Caroli – د. كْرِسْتْيَان أ. كَارُلِي

Ptolemaios I. Soter

Caroli: Ptolemaios I. Soter (Coverbild)

Christian A. Caroli:

Ptolemaios I. Soter – Herrscher zweier Kulturen
 

Konstanz 2007 (badawi - artes afro arabica)
 

Umfang: XIV + 414 Seiten • Format: 24 x 17 cm • ISBN 13: 978-3-938828-05-2

Preis (bis 10/2015): EUR 59,99 (inkl. 7% MwSt.) • Preis (ab 11/2015): EUR 29,95 (inkl. 7% MwSt.)

 

 

A) Vorgeschichte(n)

II.) Die Geschichte Ägyptens bis zur Abreise Alexanders des Großen

b) Alexander der Große in Ägypten

Alexander der Große stieß nach der Schlacht von Issos von 333 im Jahre 332 nach Phoinikien vor, um dann nach einer siebenmonatigen Belagerung von Tyros92 und einer zweimonatigen von Gaza93 mit jeweiliger abschließender Eroberung im Dezember 332 bei Pelusium erstmalig ägyptischen Boden zu betreten (Curt. 4,7,2).94

Im allgemeinen wird der hauptsächliche Sinn dieses Abstechers Alexanders nach Ägypten in der Konsolidierung der Herrschaft im östlichen Mittelmeerraum und der Vernichtung jeglicher Basis für die persische Mittelmeerflotte, die hauptsächlich im phoinikischen Gebiet stationiert war, gesehen. Hierbei sollte aber auch die Möglichkeit einer griechisch-ägyptischen, anti-makedonisch ausgerichteten Koalition im Rücken des Makedonenkönigs und seines Heeres, die u.U. auch Zypern und Phoinikien hätte einbinden können, unterbunden werden.95 Zugleich bedeutete eine Kontrolle Ägyptens auch eine Griechenlands, da vom Niltal ein wesentlicher Anteil der griechischen Getreideversorgung herkam, wie auch die spätere Aktion des Kleomenes zeigen sollte (s. in B) II.) a) 2.) β) Die innenpolitische Machtfestigung und die Beseitigung des Kleomenes).96 Schließlich verfügte das Land über reichliche finanzielle Ressourcen, die für den geplanten Zug nach Osten sehr nützlich waren.97 Andererseits riskierte Alexander mit diesem Abstecher eine Abschneidung der Verkehrs- und Versorgungswege nach Makedonien, da sich das persische Heer in seiner kaum geschützten Flanke befand. Insbesondere hätte Ägypten nach der Zerschlagung und Eroberung des restlichen Persischen Reiches wohl kaum noch ein Problem dargestellt, sondern wäre wohl einfach in die Hände des neuen Herrschers gefallen. Allerdings hätte dann eine gewisse Gefahr bestanden, daß eine lokale Dynastie hätte entstehen können. Außerdem bot der Feldherr damit Dareios eine Atempause, die diesem die Möglichkeit eröffnete, seine militärischen Ressourcen und Kräfte wieder zu sammeln. Die Flotte der persischen Verbündeten hingegen löste sich nach der Schlacht von Issos allmählich von selber auf, so daß sie nicht mehr einen allzu gewichtigen Faktor darstellen konnte. Auch wäre es bei den starken anti-persischen Ressentiments bei den Ägyptern sehr unwahrscheinlich gewesen, daß die Perser von dort aus eine zweite Front gegen Alexander in seinem Rücken hätten aufbauen können. Zudem hätte es wohl ausgereicht, wenn Alexander einen Vertrauensmann nach Ägypten geschickt hätte, der das Amt des Satrapen übernehmen und die Verwaltung des Landes im Sinne des Königs hätte organisieren sollen.98 Ägypten eröffnete zusammen mit Phoinikien jedoch auch die Möglichkeit, einen alternativen Nachschubweg über See zu errichten, falls der Landweg durch Kleinasien, das nicht vollkommen gesichert war, hätte Probleme bereiten sollen.99 Außerdem konnte Alexander aus ideologischer Sicht nun formal beanspruchen, nicht nur als Hegemon der Griechen die Sühnung für die Perserkriege zu suchen, sondern auch als Pharao die Perserherrschaft über Ägypten zu rächen.100 Schließlich könnten, zumal da die militärischen sich nur indirekt erkennen lassen und unter den Historikern allesamt umstritten sind, auch Gesichtspunkte ideologischer oder emotionaler Art eine gewisse Rolle gespielt haben. Hierbei dürfte der Besuch des Orakels von Siwa den wichtigsten Punkt darstellen, da Alexander der Große hierauf einen Teil seiner Königsideologie aufbauen sollte.101

Ägypten war bei der Ankunft Alexanders des Großen militärisch nahezu vollkommen entblößt, da der ehemalige Satrap Sabakes den Großteil seiner Truppenkontingente nach Issos entsandt hatte, wo er selber umgekommen war (Arr. anab. 2,11,8 & Curt. 4,1,28). Der neue Satrap bzw. de iure immer noch Kommandant der im Lande verbliebenen Resttruppen, Mazakes, sah sich mit seinen wenigen Truppen nicht in der Lage, Ägypten zu verteidigen. Daher übergab er die Satrapie mitsamt der Schatzkammer von 8.000 Talenten kampflos Alexander (Curt. 4,7,4 & Arr. anab. 3,1-3; s.a. Arr. anab. 3,22,1).102 Zunächst begab sich der Makedonenkönig nach Heliopolis und Memphis, wo er Opfer darbrachte, aber zusätzlich noch entsprechend den griechischen Gewohnheiten sportliche und musische Wettkämpfe abhielt,103 während eine formale Krönung Alexanders zum Pharao, wie sie im Alexanderroman erwähnt wird, wahrscheinlich nicht stattfand (s. in C) II.) a) Alexander der Große und seine Legitimation als Pharao).

Die nächsten beiden bedeutsamen Ereignisse können in ihrer Reihenfolge nicht unumstritten festgelegt werden. Zum einen handelt es sich hierbei um die Gründung von Alexandreia an der Stelle der bisherigen Siedlung Rhakotis (s. E) I.) b) Begründung und ursprüngliche Anlage von Alexandreia).104 Das andere Ereignis war der berühmte Marsch zur Oase Siwa. Hierbei nahm Alexander die Route über Paraitonion, das heutige Marsa Matruh. Dort empfing er Gesandte aus Kyrene, die ihm Geschenke brachten, und schloß mit ihnen ein Bündnis, durch das er Kyrene implizit als autonome Polis anerkannte.105 In Siwa befragte der König das Orakel des libyschen Ammon, der zugleich von den Ägyptern als der Königsgott Amun verehrt und von den Griechen mit Zeus identifiziert wurde. Dieses bestätigte ihn als Sohn des Ammon (s. Curt. 4,7,25 & Plut. Alex. 27,4) und somit zumindest implizit als den rechtmäßigen Herrscher Ägyptens. Nach späteren Quellen soll der Gott dem Makedonen sogar die Weltherrschaft versichert haben (Diod. 17,51,2 & Curt. 4,7,26 & Plut. Alex. 27,4).106 Der eigentliche Grund und der Sinn dieser Reise war scheinbar schon den Zeitgenossen nicht vollkommen klar.107 Manche Forscher weisen hierbei v.a. darauf hin, daß der neugekrönte Pharao zu den wichtigsten Heiligtümern des Landes zu reisen pflegte, um sich dort als König bestätigen zu lassen, wobei für einen makedonischen oder griechischen Beobachter Ammon als die bei weitem wichtigste Gottheit Ägyptens erscheinen mußte.108 Auch dürfte die Anerkennung als Sohn des libyschen Ammon von Siwa eine Rolle im Bereich der Königsideologie Alexanders des Großen gespielt haben, indem er wie ein ägyptischer Pharao als Sohn des Amun anerkannt war, der zugleich mit Zeus identifiziert werden konnte, wie auch das ausgewählte Heiligtum in der griechischen Welt akzeptiert und populär war (s. in F) III.) Andere Kulte auf ägyptischer Basis). Aus militärstrategischer Sicht könnte es sich auch um eine Machtdemonstration gegenüber Karthago, der nächsten Großmacht im Westen, und um eine Sicherung der Kyrenaia als Westbastion gehandelt haben. So wird in der Forschung gelegentlich auch gemutmaßt, daß diese Aktion, v.a. da der Umweg über Paraitonion genommen wurde, ursprünglich auch als ein Zug gegen Kyrene geplant gewesen sein könnte, den die Gesandtschaft dieser Stadt dann aber hätte überflüssig werden lassen.109

Danach kehrte Alexander der Große nochmals nach Memphis zurück. Dort hielt er ein Opferfest zu Ehren des Zeus Basileus ab, in dessen Rahmen auch eine Heeresparade und sportliche und musische Wettkämpfe auf griechische Art abgehalten wurden (Arr. anab. 3,5,2).110

Schließlich traf der König noch Vorkehrungen für die Zeit nach seiner Abreise aus Ägypten. Hierbei teilte er die Satrapie in vier Verwaltungsbezirke auf. Doloaspis und Petisis, wohl ein Perser und ein Ägypter, wurden zu den Statthaltern von Ober- und Unterägypten ernannt, wobei jedoch der zweite bald zugunsten des ersten zurücktreten sollte (s. Arr. anab. 3,5,2). Libyen mit der Residenz Kerkesoure wurde Apollonios, Sohn des Charinos, zugeteilt, während die Verwaltung der Gebiete östlich des Deltas, die für den Handel nicht unwichtig waren, mit der Residenz Heroonpolis in die Zuständigkeit des Kleomenes aus Naukratis fiel (s. Arr. anab. 3,5,4). Kleomenes erhielt zusätzlich die Oberaufsicht über die Finanzverwaltung aller Bezirke Ägyptens,111 wobei er aber angewiesen wurde, die Einsammlung der Steuern den bisherigen lokalen Instanzen der Nomarchen zu überlassen, die ihm ihre Einnahmen abführen sollten.112 Die Auswahl des Kleomenes für diese Funktion dürfte wohl auch damit zusammengehangen haben, daß er aus dem in Ägypten gelegenen Naukratis stammte und somit mit den ägyptischen Verhältnissen besonders vertraut gewesen sein dürfte.113 Die einzelnen Gaue wurden im zivilen Bereich mutmaßlich in der Regel durch einheimische Nomarchen verwaltet, wobei ihnen u.U. ein makedonischer Aufseher zur Seite gestanden haben könnte,114 was sich aber nicht nachweisen läßt, abgesehen davon, daß die Kontrolle auch im hauptsächlichen durch die übergeordneten Instanzen oder die militärischen Kräfte erfolgt sein könnte. Somit wurde die zivile Verwaltung des Landes, insbesondere, die des Niltales, hauptsächlich von einheimischen Kräften erledigt. Dies hängt wohl damit zusammen, daß in dem frisch eroberten Land zur effektiven Kontrolle und zur Verwaltung der Neueroberung die Hilfe von einheimischen Mitarbeitern notwendig war, zumal da allein diese einen reibungslosen Weiterlauf der Einnahmenmaschinerie Ägyptens gewährleisten konnten. Die militärische Kontrolle über die Besatzungstruppen lag hingegen in makedonischer Hand.115 Denn die im Lande stationierten Truppen standen unter dem Befehl der Strategen Balakros, Sohn des Amyntas, und Pekeutas, Sohn des Makartos (Arr. anab. 3,5,5 & Curt. 4,8,4). Die Besatzungen von Pelusium und Memphis unterstanden u.U. nochmals eigenständigen Befehlshabern, nämlich Polemon, Sohn des Megakles, aus Pella in Pelusium und Pantaleon aus Pydna in Memphis (Arr. anab. 3,5,3).116 Schließlich wurde noch Polemon, Sohn des Theramenes, zum Befehlshaber der 30 Trieren umfassenden Flotte vor Ort ernannt (Curt. 4,8,4 & Arr. anab. 3,5,5). Im Rahmen dieser Aufteilung wurde somit kein Satrap oder Befehlshaber über ganz Ägypten im Sinne des bisherigen persischen Satrapen eingesetzt. Nach Arrian habe die Intention Alexanders des Großen bei diesem ungewöhnlichen Vorgang der Aufteilung der Kontrolle über eine ehemalige persische Satrapie darin gelegen, daß niemand alleine diese überaus reiche Provinz kontrolliere und sich mit ihr selbständig machen könne.117 So hatte sich nämlich schon 518 Dareios genötigt gesehen, seiner Satrapie einen Besuch abzustatten, um den dortigen Satrapen Aryandes, der seine Provinz zu selbstherrlich verwaltete, wieder in seine Schranken zu verweisen.118 Eine andere, moderne Deutung besteht darin, daß Ägypten formal nicht den Charakter einer Satrapie habe erhalten sollen, sondern versucht worden sei, die Fiktion aufrecht zu erhalten, daß Ägypten ein eigenes Reich geblieben sei, in dem Alexander lediglich die Funktion des ehemals einheimischen Pharao übernommen habe.119

Danach verließ Alexander der Große im Frühjahr 331, zumindest im lebenden Zustand, Ägypten für immer.120 Trotz der relativ kurzen Dauer stellte dieser Aufenthalt einen markanten Wendepunkt in der Geschichte Ägyptens dar, indem es nach Jahrtausenden der wesentlichen Eigenständigkeit nun der Bestandteil einer im Entstehen begriffenen neuen Welt wurde, deren Kultur sich erst noch wirklich entwickeln sollte.121

 

 

Anmerkungen:

92 s. Arr. anab. 2,16-24 & Curt. 4,2,1-4,19 & Diod. 17,40,2-46,6 & Plut. Alex. 24,3-5 & 25,1-2 & Ios. ant. 11,320 & Pol. 16,22a,5 & Zon. 4,10.

93 Arr. anab. 2,25,4-27,7 & Curt. 4,6,7-31 & Diod. 17,48,7 & FGrH 142 (Hegesias von Magnesia) F5 & Plut. Alex. 25,3-4 & Ios. ant. 11,325 & Zon. 4,10.

94 Huß (2001), pp. 56-57; s.a. Bosworth (1994)a, pp. 808-810 passim; Ellis (1994)c, pp. 5-6; Gehrke (2003), pp. 16-17.

95 Arr. anab. 2,17 (als Rede Alexanders zitiert): Ἄνδρες φίλοι καὶ ξύμμαχοι, ἡμῖν οὔτε τὴν ἐπ’ Αἰγύπτου πορείαν ἀσφαλῆ ὁρῶ θαλασσοκρατούντων Περσῶν, Δαρεῖόν τε διώκειν ὑπολειπομένους αὐτήν τε ὀπίσω τὴν τῶν Τυρίων πόλιν ἀμφίβολον καὶ Αἴγυπτον καὶ Κύπρον ἐχομένας πρὸς Περσῶν, οὐδὲ τοῦτο ἀσφαλὲς ἔς τε τὰ ἄλλα καὶ μάλιστα δὴ ἐς τὰ Ἑλληνικὰ πράγματα, | μή ποτε ἄρα ἐπικρατήσαντες αὖθις τῶν ἐπὶ θαλάσσῃ χωρίων οἱ Πέρσαι, προχωρησάντων ἡμῶν ξὺν τῇ δυνάμει ὡς ἐπὶ Βαβυλῶνά τε καὶ Δαρεῖον, αὐτοὶ ξὺν πλείονι στόλῳ μετ[αγ]άγοιεν τὸν πόλεμον ἐς τὴν Ἑλλάδα, Λακεδαιμονίων μὲν ἐκ τοῦ εὐθέος ἡμῖν πολεμούντων τῆς δὲ Ἀθηναίων πόλεως φόβῳ μᾶλλόν τι ἢ εὐνοίᾳ τῇ πρὸς τὸ παρὸν κατεχομένης. | ἐξαιρεθείσης δὲ Τύρου ἥ τε Φοινίκη ἔχοιτο ἂν πᾶσα καὶ τὸ ναυτικὸν ὅπερ πλεῖστόν τε καὶ κράτιστον τοῦ Περσικοῦ, τὸ Φοινίκων, παρ’ ἡμᾶς μεταχωρήσειν εἰκός· οὐ γὰρ ἀνέξονται οὔτε οἱ ἐρέται οὔθ’ οἱ ἐπιβάται Φοίνικες ἐχομένων σφίσι τῶν πόλεων αὐτοὶ ὑπὲρ ἄλλων πλέοντες κινδυνεύειν· Κύπρος δὲ ἐπὶ τῷδε ἢ οὐ χαλεπῶς ἡμῖν προσχωρήσει ἢ ἐξ ἐπίπλου εὐμαρῶς ληφθήσεται. | καὶ ταῖς τε ἐκ Μακεδονίας ναυσὶ καὶ ταῖς Ποινίσσαις πλεόντων ἡμῶν τὴν θάλασσαν καὶ Κύπρου ἅμα προσγενομένης θαλασσοκρατοῖμέν τε ἂν βεβαίως καὶ ὁ ἐς Αἴγυπτον στόλος εὐμαρῶς ἡμῖν ἐν ταὐτῷ γίγνεται. Αἴγυπτον δὲ παραστησαμένοις ὑπέρ τε τῆς Ἑλλάδος καὶ τῆς οἰκείας οὐδὲν ἔτι ὕποπτον ὑπολείπεται τόν τε ἐπὶ Βαβυλῶνος στόλον μετὰ τοῦ ἐς τὰ οἴκοι ἀσφαλοῦς καὶ ξὺν μείζονι ἅμα ἀξιώσει ποιησόμεθα ἀποτετμημένοι τὴν τε θάλασσαν Περσῶν ξύμπασαν καὶ τὴν ἐπὶ τάδε τοῦ Εὐφράτου γῆν.

96 Cohen (1931), pp. 225-233 passim; s.a. Seibert (1972), pp. 110-111; Huß (2001), p. 61.

97 Huß (2001), p. 62; s.a. Hall (1927), p. 155.

98 Bloedow (2004), pp. 77-80 passim & 82-83 & 90-91 & 94; s.a. Cohen (1931), pp. 226 & 228.

99 Hall (1927), pp. 155-156; s.a. Tarn (1927)a, p. 369.

100 s. Huß (2001), p. 62.

101 Bloedow (2004), pp. 95-99.

102 Hölbl (1994), p. 9; s.a. Kees (1931), pp. 664-665; Helck (1975)c, p. 132; Huß (2001), p. 58; Clauss (2003), p. 10.

103 Arr. anab. 3,1,4: ἐκεῖθεν δὲ διαβὰς τὸν πόρον ἧκεν ἐς Μέμφιν· καὶ θύει ἐκεῖ τοῖς τε ἄλλοις θεοῖς καὶ τῷ Ἄπιδι καὶ ἀγῶνα ἐποίησε γυμνικόν τε καὶ μουσικόν· ἧκον δὲ αὐτῷ οἱ ἀμφὶ ταῦτα τεχνῖται ἐκ τῆς Ἑλλάδος οἱ δοκιμώτατοι.; s.a. Hölbl (1994), p. 9; Kornemann (1925), pp. 235-236.

104 Hierbei wird als traditionelles Gründungsdatum der 25. Tybi genannt ([Kallisth.] 1,32,7), was dem 07.04.331 entspräche. Als zweites Datum wurde gelegentlich der 20.01.331 vorgeschlagen. Bei diesem Ansatz wird jedoch davon ausgegangen, daß das Datum erst in römischer Zeit unter Orientierung am julianischen Kalender festgelegt worden sei. Dies weist jedoch den Charakter einer wohl zu starken Konstruktion auf, da der eigentliche Referenzkalender, der julianisch-römische, dann in eine Zeit zurückdatiert werden würde, in dem es ihn nicht in dieser Form gegeben hatte. Das Datum im April entspricht hingegen der Lage des zu Alexanders Zeiten schon verwendeten ägyptischen Kalenderdatums im Jahre 331 (Bagnall (1979), pp. 46-48; s.a. Welles (1962), p. 284 n. 67).

105 Diod. 17,49,2-3; s.a. Curt. 4,7,9; s.a. Droysen (1877), Bd. I, pp. 204-208; Bosworth (1994)a, p. 810; Huß (2001), p. 70.

106 Huß (2001), p. 71 c. n. 10; s.a. Bevan (1968), pp. 12-13; Ellis (1994)c, pp. 6-7; Hölbl (1994), pp. 10-11.

107 Wirth (1979)a, p. 247.

108 Koenen (1977), pp. 30-31; s.a. von Bissing (1936), p. 6.

109 Bevan (1968), pp. 9-10.

Was die Reihenfolge der beiden Ereignisse anbetrifft, so sei nach Arrian (Arr. anab. 3,1,4-3,4,5 passim) und Plutarch (Plut. Alex. 26,2-27,6) zuerst der Besuch des Platzes von Alexandreia erfolgt, während Iustinus (Iust. 11,11), Diodor (Diod. 17,49,2-17,52,7) und Curtius (Curt. 4,7,5-4,8,2 passim) die Reise nach Siwa voranstellen (Ellis (1994)c, p. 7; s.a. Huß (2001), p. 63 n. 1; Mossé (2004), pp. 58-59). Für die zweite Variante wird argumentiert, daß der König, wie im Alexanderroman geschildert wird, zuerst das Orakel zu Siwa zur Gründung von Alexandreia befragt habe, bevor er die Gründung der Stadt begonnen habe, da in seiner Zeit wohl kaum eine Stadt ohne Orakelspruch begründet worden sei. Außerdem spreche das überlieferte Gründungsdatum im April eher dafür, daß Alexander zuerst in Siwa gewesen sei (Welles (1962), pp. 275-276 & 284). Allerdings stellt sich hierbei die Frage, ob Alexander beim offiziellen Gründungsdatum überhaupt noch vor Ort war, da die Chronologie nach hinten hin, also in bezug auf die weiteren Ereignisse des Alexanderzuges äußerst eng wird (Cavenaile (1972), p. 102). Auch könnte als Zeichen des Götterwillens zur neuen Gründung ein Orakel in Form von günstigen Zeichen vor Ort ausgereicht haben (s. in E) I.) d) Alexandreia als Produktions- und Handelszentrum). So brachte auch Alexander bei der Gründung dementsprechende Opfer an die Götter dar (Arr. anab. 3,1,5: καὶ [sc. Ἀλέξανδρος] ἐπὶ τούτοις ἐθύετο, καὶ τὰ ἱερὰ καλὰ ἐφαίνετο), deren Verlauf auch als Omen der Götter angesehen werden konnte. Für eine rasche Gründung von Alexandreia würde allerdings v.a. sprechen, daß eine griechische Polis an dieser Stelle einen wichtigen Beitrag zur Verteidigung des Nildeltas vor Angriffen von der See her bildete und zugleich Alexanders potentielle Gegner noch nicht vollkommen besiegt waren (Mossé (2004), p. 26). Für die andere Variante spricht hingegen, daß Arrian die Geschichte des Ptolemaios zur Verfügung stand. Dieser hatte wiederum ein gewisses Interesse an einem guten Einvernehmen mit der Ammon-Priesterschaft in Siwa, wie auch seine Weihung in diesem Heiligtum zeigt. Deswegen müsse angenommen werden, daß er im Wahrheitsfalle einen Orakelspruch überliefert hätte, der das Heiligtum in Siwa hervorgehoben hätte (Cavenaile (1972), p. 100). Letztendlich kann aber auch nicht die Möglichkeit ausgeschlossen werden, daß Alexander den Platz der neuen Stadt zweimal besuchte, indem er vor der Reise nach Siwa sich hauptsächlich mit der Planung beschäftigt habe, während auf dem Rückweg der „Zeitpunkt des offiziellen Gründungsaktes“ gewesen sei (Gehrke (2003), p. 152).

110 Hölbl (1994), p. 11; s.a. Mahaffy (1898), pp. 19-20; Bevan (1968), p. 4; Bosworth (1994)a, p. 811; Huß (2001), p. 72.

111 Curt. 4,8,5: vectigalibus eiusdem Africae Aegyptique Cleomenes [sc. est praepositus].

112 Arr. anab. 3,5,4: καὶ τούτῳ [sc. Κλεομένῃ] παρηγγέλετο [sc. Ἀλέξανδρος] τοὺς μὲν νομάρχας ἐᾶν ἄρχειν τῶν νομῶν κατὰ σφᾶς καθάπερ ἐκ παλαιοῦ καθειστήκει, αὐτὸν δὲ ἐκλέγειν παρ’ αὐτῶν τοὺς φόρους· οἱ δὲ ἀποφέρειν αὐτῷ ἐτάχθησαν.; s.a. Bevan (1968), pp. 15-16; van Groningen (1925)b, p. 105.

113 Julien (1914), p. 23.

114 Bosworth (1994)b, p. 861.

115 Falivene (1991), pp. 207-208; s.a. Berve (1926), Bd. I, pp. 259-260.

116 Huß (2001), pp. 73-74; s.a. Bevan (1968), p. 15: Hölbl (1994), p. 12; Schneider (1994), p. 50.

117 Arr. anab. 3,5,7: Κατανεῖμαι δὲ λέγεται ἐς πολλοὺς τὴν ἀρχὴν τῆς Αἰγύπτου τήν τε φύσιν τῆς χώρας θαυμάσας καὶ τὴν ὀχυρότητα, ὅτι οὐκ ἀσφαλές οἱ ἐφαίνετο ἑνὶ ἐπιτρέψαι ἄχειν Αἰγύπτου πάσης.; s.a. Ellis (1994)c, p. 8; Julien (1914), pp. 22-23; Bevan (1968), p. 15; Vogt (1971), pp. 153 & 155.

118 Vittmann (2003), p. 130.

119 s. Mossé (2004), p. 26.

120 Hölbl (1994), p. 12; s.a. Mahaffy (1898), pp. 22-23; Bevan (1968), p. 14; Bosworth (1994)a, p. 811.

121 Bevan (1968), p. 2: „After former invasions of foreign people, Hyksos and others, Egypt had again always in the end recovered its freedom and set up new dynasties of native Pharaohs, carrying on the immemorially old national tradition in government and culture and language; but now there would never again, to the end of time, be a Pharaoh of native blood ruling beside the Nile. From the coming of Alexander, for a thousand years Egypt would be subject to alien rulers of Hellenistic civilization, Macedonian and Roman, and at the end of thousand years, the Egypt which became part of the body of Islam would be a different Egypt, with another language, another social system, another religion. The gods whom for thousands of years the land of Egypt had worshipped as its own gods would have been forsaken for ever, buried in its dust.“; s.a. della Monica (1993), p. 9; el-Amir (1959), Bd. II, p. 3: „The history of Egypt presents two great phases, the one active, during which the Egyptians made their own history; the other passive, during which they subjugated to foreign powers. The first phase covers about three thousand years (c. 3188-332 B.C.) comprising thirty Dynasties and conveniently distinguished from the later Egyptian history, by the term Pharaonic. During this phase, Egypt passed through three periods of political unity and material and cultural power, known as the Old, Middle and New Kingdoms respectively and interrupted by two intermediate periods of comparative anarchy or foreign domination. When the New Kingdom began to lose its vitality, Egypt began to fall under temporary foreign domination and after a short period of Renaissance, reached the end of its independent history. The second phase begins with the Conquest of Alexander the Great (332 B.C.). Egypt then became a part of Alexander’s Empire, that is to say a part of the Hellenistic World. And when suddenly in 332 B.C. the young Emperor died of a fever in Babylon, the Government of Egypt passed to one of his generals – Ptolemy son of Lagos – and remained in the hands of his family for about three hundred years (323-31 B.C.). This Ptolemaic period can be described as Egypt’s political approach to the classical World, for it brought her, for the first time in its history, under the rule of a European. From this point of view alone, it is one of the most important epochs in the evolution of Egyptian civilisation.“ Allerdings muß hierbei angemerkt werden, daß dieses Buch 1959 in Ägypten vom Ministry of Culture and National Orientation – Antiquities Department of Egypt herausgegeben und von der General Organisation for Government Printing Offices gedruckt wurde (s. Titelblatt). Daher kann dieses Zitat im Sinne der offiziellen Propaganda der Regierung Nasser gesehen und interpretiert werden. In diesem Sinne konnte die Herrschaft der Könige Fuad und Faruk auch als eine de-facto-Herrschaft Großbritanniens angesehen werden, indem die letzten britischen Heereskontingente erst im Zuge der Revolution vom 23. Juli 1952 n. Chr. aus Ägypten abzogen.

 

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