Dr. Christian A. Caroli – د. كْرِسْتْيَان أ. كَارُلِي

Physikotheologie

As-Sabil-Sammelbände für Kulturpluralismus, Band 2: Das Aufeinandertreffen von Kulturen (Coverbild)

Christian A. Caroli:

Physikotheologie: Die Natur und ihre Wissenschaften als Glanz Gottes in der Frühaufklärung

 

publiziert in:

Mohamed BadawiChristian A. Caroli (Hrg.):

As-Sabil-Sammelbände für Kulturpluralismus;

Band 2: Das Aufeinandertreffen von Kulturen,

S. 177-230.
 

Konstanz 2009 (badawi - artes afro arabica)
 

Umfang: 230 Seiten • Format: 24 x 17 cm • ISBN 13: 978-3-938828-26-7

Preis (bis 10/2015): EUR 29,95 (inkl. 7% MwSt.) • Preis (ab 11/2015): EUR 14,95 (inkl. 7% MwSt.)

 

 

4. Die geschichtliche Entwicklung und die Hauptvertreter der Physikotheologie

4.2. Deutsche Vertreter

Auch im deutschen Raum gab es prominente Vertreter der Physikotheologie, die in der Regel untereinander und mit den Vertretern der angelsächsischen in Verbindung standen. Einer der bedeutendsten deutschen Vertreter war hierbei Johann Albert Fabricius (s. 4.2.1. Johann Albert Fabricius), der zum einen in Verbindung mit bedeutenden englischen Vertretern stand und zum anderen den „Hamburger Kreis“ (s. 4.2.2. Der Hamburger Kreis) wesentlich beinflußte, dem die bedeutenderen deutschen Vertreter entweder angehörten oder mit dem sie in Verbindung standen.

Philosophiegeschichtlich spielte die deutsche Physikotheologie zumindest dem Namen nach auch dadurch eine Rolle, daß 1748 in Königsberg eine physikotheologische Gesellschaft gegründet wurde, und zwar durch den Philosophen Martin Knutzen (1713-1751), der als der bedeutendste Lehrer Immanuel Kants gilt. Dieser gehörten sowohl der berühmte Philosoph als auch J. G. Hamann (1730-1788) an, der wiederum eine Metakritik der Kritik Kants verfaßte.236

Hinzu kommt noch Christian Wolff (s. 4.2.5. Christian Wolff und sein „physikotheologisches“ System), der nach dem Selbstverständnis der meisten Physikotheologien eigentlich nicht dieser Bewegung zugerechnet werden kann, da er ein deistisches Weltbild vertrat, sich aber nach eigenem Selbstverständnis als in dieser Strömung epochenbildend sah. Auch führte dieser Anspruch dazu, daß viele Theologen und Forscher der folgenden Jahrhunderte Christian Wolff als einen typischen Vertreter der Physikotheologie sahen und diese Strömung insgesamt als „Wolffianismus“ bezeichneten, was im Bereich der christlichen Theologie teilweise zu einer Abwertung der Physikotheologie aufgrund der deistischen Tendenzen der Philosophie Christian Wolffs führte.

 

 

Anmerkungen:

236 Krolzik (1996), p. 594; s.a. Bayer (1985), p. 397.

 

Diese Inhalte sind urheberrechtlich geschützt (UrhG) und dürfen nur nach expliziter Genehmigung der Rechteinhaber an anderer Stelle publiziert werden.