Dr. Christian A. Caroli – د. كْرِسْتْيَان أ. كَارُلِي

Das Aufeinandertreffen zweier Kulturen II

Caroli: Das Aufeinandertreffen zweier Kulturen II (Coverbild)

Christian A. Caroli:

Das Aufeinandertreffen zweier Kulturen II – Die ägyptische Konzeption des Königtums und die Herrschaft der ersten Makedonen
 

Konstanz 2013 / 2019
 

Umfang: VIII + 74 Seiten • Format: 21 x 14,8 cm (A5)

 

 

D) Die Legitimation der ersten regierenden makedonischen Herrscher als Pharao

II.) Ptolemaios I. und seine pharaonischen Pflichten

b) Seine programmatischen Anknüpfungen und Distanzierungen

Als Ptolemaios I. schließlich endgültig und offiziell den Titel des Pharao annahm, besaß auch er eine fünfteilige Königstitulatur, nämlich Horus Mit großer Kraft, tapferer König, Herrinnen Der mit seiner Kraft erobert als Herrscher von Sile, Thronname Erwählter des Re, Geliebter des Amun, Geburtsname Ptolemaios bzw. Horus Der kräftige Große, der mächtige König, Herrinnen Der, der mit Macht in Besitz nimmt, der tüchtige Herrscher, Gold , Thronname Die Erscheinungsform der Kraft des Re, der Erwählte des Amun bzw. Der Geliebte des Re, der Erwählte des Amun, Geburtsname Ptolemaios.58 Mit seinem Horus- und Herrinnennamen gab er dabei zum einen dem Aspekt der eigenen Leistung zur Legitimation (A) II.) b) Die Legitimation) Ausdruck, betonte zugleich aber auch seine Erfüllung bei der Wahrung der außenpolitischen Ordnung im Sinne der ägyptischen Königsideologie. Sein Thronname spielte dagegen auf den Aspekt der göttlichen Erwählung (s. in A) II.) b) Die Legitimation) an, erinnerte zugleich aber auch an die Alexanders des Großen, Philipps III. Arrhidaios und Alexanders IV., so daß die Anknüpfung an Alexander und seine Dynastie auch im Rahmen der an die Ägypter gerichteten Propaganda eine große Rolle spielte.59

Aufgrund der Königstitulatur wird gelegentlich davon ausgegangen, daß Ptolemaios sich der traditionellen Krönungszeremonie unterzogen habe, da die Proklamation der Königstitulatur traditionellerweise einen Bestandteil dieser Zeremonie darstellte.60 Aber hierzu mag nur an die Ausführungen in bezug auf Alexander erinnert werden, v.a. darauf, daß es gerade auch aus dieser Epoche Beispiele dafür gab, daß eine Königstitulatur an Personen vergeben wurde, die nachweislich während ihrer Regierungszeit nicht bzw. nicht lange genug in Ägypten waren (s. in D) I.) Alexander der Große und seine Legitimation als Pharao). Auch wird vor Ptolemaios V. Epiphanes keine einzige formale Krönung irgendeines Ptolemaiers belegt. Bouché-Leclercq meint sogar, daß die Ptolemaier kein Interesse gehabt haben dürften „échanger leur droit de conquête contre la reconnaissance de leur filiation divine, proclamée par le clergé national, un clergé dont ils avaient quelque raison de se défier“.61 Hiergegen kann allerdings wiederum erwähnt werden, daß es hier um zwei verschiedene Bereiche handelte, indem aus griechischer Sichtweise das Land den speergewonnenen Besitz des Königs darstellte,62 während aus ägyptischer Sicht der König der Legitimation bedurfte und es de facto notwendig war, von der Priesterschaft anerkannt zu sein. Auch könnte ein gewisser Hinweis für eine reguläre Inthronisation in der Tatsache bestehen, daß Ptolemaios bis zu seinem Lebensende seine Satrapenjahre nicht nachträglich mitzählte.63 Aber wie bei Alexander dem Großen besteht der relevante Aspekt nicht in der Krönungszeremonie an sich, sondern in der Tatsache, daß Ptolemaios die Funktion eines Pharao übernahm, indem er seine Pflichten und Vorrechte ausübte und eine Titulatur im ägyptischen Sinne annahm,64 zumal da seine Herrschaftsübernahme die einzige Alternative zu einer Herrscherlosigkeit war, die ja aus ägyptischer Sicht immer als eine Phase des Chaos und der Abwesenheit der Maat galt.65

Ein wesentliches Element in der Propaganda des Ptolemaios bestand damit in der Betonung der Kontinuität des ägyptischen Königtums und des Fortbestandes einer legitimen Herrscherdynastie. Dementsprechend sorgte er dafür bzw. billigte erfreut, daß die ägyptischen Priester in den von ihnen veranlaßten Tempelinschriften und Darstellungen der Tempelreliefs den Aspekt der Kontinuität der königlichen Herrschaft in Ägypten betonten.66 Dabei folgten die Darstellungen der Reliefs auch den traditionellen ägyptischen Vorgaben und Konventionen.67 So benutzt auch die berühmte Satrapenstele ägyptische Motive und Normen. Der in der Satrapenstele aufgeführte Herrscher wird als ägyptischer Pharao mit der entsprechenden Bekleidung und den Würdezeichen eines Pharao dargestellt, wie er nach ägyptischer Tradition ägyptischen Gottheiten, nämlich der als Mutter bezeichneten Göttin Uto und dem als Vater bezeichneten Gott Harendotes („Horus der Rächer“), Opfergaben darreicht. Allerdings blieben in diesem Fall die Kartuschen leer, da Ptolemaios formal nur die Regierung des rechtmäßigen Titulaturkönigs Alexander IV. vertrat, der lediglich in der Datierungsformel explizit beim Namen genannt wird. Zugleich berichtet die Inschrift aber von den Taten des Statthalters und rühmt seine Vorzüge und Tugenden.68 Daher kann auch der königliche Akteur, der in der Götterszene ein Opfer darbringt, als Ptolemaios selber interpretiert werden.69 In anderen Reliefs wird neben der Kontinuität aber auch die Aufrechterhaltung bzw. Wiederherstellung der Maat betont. So wird Ptolemaios z.B. im Tempel des Per-kheft bei Oxyrhynchos dargestellt, wie er verschiedenen Gottheiten Statuen der Maat darreicht.70 Allerdings trugen Ptolemaios I., aber auch teilweise seine Nachfolger, in den meisten Darstellungen z.B. keinen Kultbart.71 Die Inschriften aus dieser Zeit weisen kaum stilistische Unterschiede zu denen der vorptolemaiischen auf.72 Im Bereich der Skulptur im ägyptischen Stil zeichnen sich die Darstellungen der frühen Ptolemaier durch eine starke Anlehnung an die Skulpturen der Könige der 30. Dynastie, v.a. Nektanebos I. und II., aus. Manchmal kann es sogar Probleme bereiten, bestimmte Statuen einem dieser beiden Bereiche zuzuordnen. Hierbei spielte natürlich auch die Weitergabe von Traditionen über Generationen von Handwerkern hinweg eine gewisse Rolle. Zugleich drückten die Ptolemaier jedoch in diesen Ähnlichkeiten ihren Anschluß an diese Dynastie gemäß ihrer Propaganda aus. So verrieten die Statuen zugleich auch nicht die nichtägyptische Herkunft der neuen Könige, so daß ein unvoreingenommener Betrachter eine Kontinuität der ägyptischen Geschichte annehmen mußte. Unter den erhaltenen Statuen bzw. Statuenköpfen ägyptischen Stils kann zwar kein Exemplar sicher auf Ptolemaios I. bezogen werden, aber einige Köpfe aus dem späten 4. Jh. oder dem 3. Jh. heben sich von den gesichert Ptolemaios II. Philadelphos zuordenbaren Statuen ab.73 Zudem kann in der Serie der stilistischen Anlehnung an die Zeit des Nektanebos II. die Satrapenstele angeführt werden.74

Im Rahmen dieser Anlehnung erfolgte auch die Aufnahme des ptolemaiischen Herrschers in den altägyptischen Königskult. Eine seiner Formen bestand im Statuenkult, durch den die im König innewohnenden Kräfte wie der königliche Ka, nicht aber die Person des dargestellten Königs an sich (s. in A) II.) b) Die Legitimation) verehrt wurden. Ein Anzeichen für die relativ rasche Übernahme dieses Kultes der Verehrung des königlichen Ka sieht z.B. Hölbl in der relativ raschen Erneuerung der Sanktuare unter Alexander dem Großen und Philipp III. Arrhidaios.75 Auch hier kann wieder eine Anlehnung an die letzten einheimischen Pharaonen gesehen werden. Denn dieser seit dem Alten Reich belegbare Kult kam in der 26. Dynastie wieder auf und wurde in der letzten unabhängigen Phase Ägyptens im Sinne einer ideologischen Anknüpfung an diese ausgebaut.76 Seit Ptolemaios II. Philadelphos erst kann auch die Integration der Ptolemaier in die zyklisch am Neujahresfest wiederkehrenden Verjüngungsrituale belegt werden, in denen sich der König mit dem jeweiligen Vatergott vereinigte, um an dessen Verjüngung teilzuhaben und wieder zu jugendlicher Frische zu gelangen.77

Ptolemaios I. knüpfte aber nicht allein an die ägyptischen Pharaonen der letzten einheimischen Dynastien an, sondern auch an Alexander den Großen, der schließlich die Rolle eines Pharao übernommen hatte und als ein legitimer Herrscher des Landes anerkannt worden war. Dies zeigte er allein schon durch seine Datierungsweise in den ägyptischen Dokumenten. Aber auch der Raub der Leiche Alexanders des Großen und ihre Bestattung paßte in dieses Konzept. Denn nach den Prinzipien der Maat fiel es unter die Zuständigkeit des Thronfolgers wie ein Sohn für seinen Vater für die ordnungsgemäße Bestattung seines Vorgängers unter Beachtung sämtlicher Riten zu sorgen. So konnte nämlich dieser zu Osiris werden und der neue König die Nachfolge antreten, so daß das durch den Tod des Pharao entstandene Chaos wieder zugunsten der Maat zurückgedrängt wurde.78 In diesem Sinne handelte Ptolemaios auch, als er die Leiche Alexanders des Großen praktisch nach der Art und Weise eines Pharao bestatten ließ.79

In diesem Rahmen spielte auch innerhalb der ptolemaiischen Ideologie die Vertreibung der Perser aus Ägypten durch Alexander den Großen eine bedeutende Rolle. Sie konnte innerhalb der pharaonischen Ideologiegeschichte sogar mit der Bedeutung der Vertreibung der Hyksos verglichen werden. Vor allem wurde in der Propaganda des Ptolemaios I. und auch seiner Nachfolger bis hin zu Ptolemaios IV. Philopator die Rückführung von Kultgegenständen betont, die den Persern bei der Eroberung Ägyptens zum Raub gefallen waren.80 Von der Sache her war diese Art von Propaganda nicht neuartig. So verkündete schon die vorptolemaiische Prophezeiung des Lammes einen derartigen Akt für die 29. Dynastie hinsichtlich der assyrischen Plünderungen. Für Ptolemaios I. selber berichtet die Satrapenstele von einer solchen Rückführung, die gerne auf den Zug nach Koilesyrien von 312 und die Schlacht von Gaza bezogen wird.81 Allerdings kann diese Stelle auch dahin gedeutet werden, daß Ptolemaios direkt nach seiner Ernennung zum Satrapen von Ägypten bei der Reichsordnung zu Babylon noch die Gelegenheit nutzte, in den persischen Schatzkammern vor Ort nach Beutestücken aus Ägypten Ausschau zu halten und diese dann gleich nach Ägypten mitzunehmen.82 Diese Rückführung bedeutete in der ägyptischen Symbolik aber auch, daß die Götter, die mit den Statuen das Land verlassen hatten, mit ihren Bildern auch wieder nach Ägypten zurückkehrten, während in Zeiten der Abwesenheit der Götter Ägypten gemäß der gängigen Ansicht auch jeglichen Schutzes beraubt gewesen war.83

Zunächst hatte Ptolemaios I. seine Residenz in Memphis genommen und die Leiche Alexanders vorerst dort bestattet, aber dann verlegte er beide nach Alexandreia.84 Aber dadurch, daß er anfangs in der traditionellen Hauptstadt verweilte und erst von dort nach Alexandreia umzog, wurde auch hier die pharaonische Linie fortgesetzt.85 Außerdem blieb Memphis die gesamte Ptolemaierzeit hindurch die kultische Hauptstadt Ägyptens, die nach der Beschreibung Strabons voller Tempelanlagen war (Strab. 17,1,31-32 (pp. 807-808)). So war der Hohepriester des Ptah von Memphis zumindest bei den späteren Ptolemaiern gemäß der ägyptischen Tradition für die Durchführung der Inthronisationszeremonien zuständig. Auch spielten das Ptah-Heiligtum und seine Priesterschaft seit Alters her eine herausragende Rolle bei anderen Festen im Zusammenhang mit dem Königtum. In diesem Sinne stellte die Anlage dieses Gottes einen großen und den bemerkenswertesten Tempel von Memphis dar (Hdt. 2,99,4).86 Daher bedeutete der Umzug nach Alexandreia keinen allzu großen Bruch in der Politik den Einheimischen gegenüber, zumal da die Gründe v.a. außen- und nicht innenpolitischer Natur waren.87 So läßt die Formulierung der Satrapenstele bezüglich der Verlegung der Residenz nach Alexandreia weder Freude noch Ärger im Wortlaut verspüren. Denn eine eventuelle Freude wäre wohl eindeutiger ausdrückbar gewesen und Kritik hätte zumindest durch das Auslassen dieses Ereignisses in der Aufzählung angedeutet werden können. Zugleich werden Rückschläge des Ptolemaios in Syrien (gleich um welchen der in Betracht kommenden Syrienfeldzüge es sich im Konkreten handelt) nicht erwähnt, bei denen er kein gutes Bild abgab, so daß die Priester ihn wohl in seiner Propaganda unterstützten und deswegen ihm anscheinend nicht so schlecht gesinnt waren, ein allgemeines Ärgernis zu betonen.88 Bei der Betrachtung des Kontextes, in dem dieses Faktum in der Satrapenstele aufgeführt wird, fällt sofort auf, daß es zwischen der Rückholung der von den Persern geraubten Kultgegenstände und dem Komplex von Syrienfeldzug und Landschenkung an die Priester von Buto steht. Daher dürfte an dieser Stelle die Betonung wohl darin liegen, daß Ptolemaios seit dem letzten ägyptischen Pharao Nektanebos bzw. in diesem Falle Chababasch wieder einen Herrscher darstellte, der seine Residenz in Ägypten aufbaute und nicht irgendwo fernab im Ausland residierte. Natürlich wird dann nebenbei auch Alexander IV. in Gegensatz zu Ptolemaios gestellt, da er mitten im Ausland residierte. Jedoch blieben von einheimischer Seite auch negative Reaktionen nicht aus. So wird im Töpferorakel der Hoffnung Ausdruck verliehen, daß der Agathos Daimon als Schutzgottheit Alexandreia einst verlassen und nach Memphis zurückkehren werde, so daß die ptolemaiische Residenzstadt verödet sein werde.89 Allerdings waren die Ptolemaier ihre gesamte Geschichte hindurch in der Lage, Memphis und seine Priesterschaften an sich zu binden, so daß es im Gegensatz zu Theben niemals zu einer offenen Opposition der Priesterschaften oder gar zu einem Abfall der Stadt von den Ptolemaiern kam.90 Dabei mögen jedoch auch geographische Faktoren eine bedeutende Rolle gespielt haben, indem Memphis von Alexandreia aus wesentlich leichter erreicht und kontrolliert werden konnte, als das doch relativ weit entfernte und abgelegene Theben. In der Satrapenstele bezieht sich Ptolemaios zudem direkt auf Chababasch, den letzten ägyptischen Pharao, der in der allerletzten Phase der Perserherrschaft noch einmal für etwa zwei bis drei Jahre anscheinend die Unabhängigkeit erlangt hatte91 und somit als ein Vorkämpfer gegen die Perserherrschaft gelten konnte.92 Schließlich war es für Ptolemaios von propagandistischem Vorteil, daß er auch praktisch sofort nach dem Tode Alexanders des Großen dessen Tendenzen zur Übernahme persischer Traditionen eine Absage erteilte und sich anscheinend recht bald von seiner persischen Gattin Artakama trennte.93 Andererseits lassen sich in vielen Fundstücken der frühptolemaiischen Zeit persisierende Tendenzen entdecken, und werden Gegenstände gefunden, wie sie unter den Persern typisch waren. So werden im Petosiris-Grab viele Handwerker bei der Herstellung von Gegenständen persischen Charakters dargestellt.94 Der Schatz von Tuch el-Karamus, einem Heiligtum innerhalb einer frühptolemaiischen Festung, enthält viele Gegenstände, die persische Einflüsse erkennen lassen bzw. persischen Formen folgen, aber aufgrund ihrer Details ägyptischen Ursprungs sein müssen. Dabei liegen beide Belegstätten so weit auseinander, daß davon ausgegangen werden kann, daß der zweite Platz wohl kaum mit Produkten der in der ersten Stätte dargestellten Werkstätten beliefert wurde. Deswegen kann dahinter eine weiter verbreitete Erscheinung des ägyptischen Landes vermutet werden.95

 

 

Anmerkungen:

58 Huß (2001), p. 215; s.a. Kurth (1982), p. 1194; von Beckerath (1999), pp. 234-235 (mit Quellennachweis der Vorkommnisse der verschiedenen Varianten der Einzelnamen).

59 Huß (2001), pp. 215-216 c. n. 24. Bisweilen wurde noch angemerkt, daß der Königsname dem des Nektanebos I. und des Sesostris I., der zumindest in der griechischen Überlieferung als der mächtigste aller Pharaonen galt, entspräche (Dillery (1999), p. 112; Tarn (1929), p. 138). Jedoch scheint hier ein Irrtum vorzuliegen, indem in der „Ptolemais“-Inschrift (s. Caroli (2007), pp. 111-113), der Königsname des Nektanebos als der des Ptolemaios I. gedeutet worden war (Kuhlmann (1981), pp. 270 & 267 n. 2).

60 Huß (2001), p. 215; s.a. Geier (1838), p. 44; Grimm (1998), p. 108.

61 Bouché-Leclercq (1903-1907), Bd. I, pp. 232-233; s.a. Mahaffy (1898), p. 5.

62 s. Caroli (2007), pp. 171-175.

63 Huß (1994)b, p. 51 n. 111; s.a. Volkmann (1959), p. 1644.

64 s. Huß (2001), p. 215.

65 s. Huß (1994)b, p. 51.

66 Huß (2001), p. 216 („So trug er in gewisser Weise zu der Vorstellung vom Fortbestehen des pharaonischen Staats bei und gab dem Erscheinungsbild seiner Herrschaft einen kräftigen ägyptischen ‚Touch’.“); s.a. Volkmann (1959), p. 1632 („In den Tempelinschriften z.B. haben die Ptolemaier sogar die Fiktion aufrecht erhalten, daß der Pharaonenstaat unverändert fortbestehe.“); Otto (1905-1908), Bd. II, p. 263; Huß (1994)b, p. 70 c. n. 9; Stephens (2003), p. 14.

67 Charron (1998)a, p. 172.

68 „A person of youthful vigour was he, strong in his two arms, wise in spirit, mighty among the people, of stout courage, of firm foot, resisting the furious, not turning his back, striking his adversaries in the face in the midst of the battle. When he had seized the bow, it was not to shoot (from afar) at the assailant, his fighting was with the sword; in the midst of the battle none could stand against him, because of the might of his arm there was no parrying his hand; there was no return of that which went forth out of his mouth, there was not his like in the world of foreigners.“ (Übersetzung: Bevan (1968), p. 30); s.a. Grimm (1998), p. 33; Wachsmuth (1871), pp. 467-468; Bouché-Leclercq (1902), p. 3.

69 Hölbl (1994), pp. 75-76; s.a. Spalinger (1978), p. 147; Bianchi (1984), p. 492; Grimm (1997), p. 242.

70 Grimm (1998), p. 65.

71 Hölbl (1992), pp. 118-119.

72 Clarysse (1978), p. 240.

73 Stanwick (2002), pp. 66-68; s.a. Charron (1998)a, p. 172; Ashton (2001), pp. 14 & 19-20; Ashton (2003)b, pp. 213-216.

74 Bianchi (1984), p. 492.

75 Hölbl (1994), p. 81; s.a. Barta (1980)c, p. 489; Barta (1980)d, p. 840.

76 Lloyd (1994), p. 350.

77 Hölbl (1994), p. 81.

78 s. Koenen (1983), p. 166; s.a. Blöbaum (2006), p. 134.

79 Green (1990), p. 13.

80 s. Pithomstele 11-15 = Urk. II,91,1-94,2 (Ptolemaios II. Philadelphos) & OGIS 54,20-22 (Ptolemaios III. Euergetes) & OGIS 56,10-11 (Ptolemaios III. Euergetes, Kanopos-Dekret griechisch) & Kanopos-Dekret 6 = Urk. II,128,9-129,4 (Ptolemaios III. Euergetes) & FGrH 260 (Porphyrios von Tyros) F43 (Ptolemaios III. Euergetes) & Raphiadekret dem. 21-23 (Ptolemaios III. Euergetes); s.a. Hölbl (1994), p. 73; Bouché-Leclercq (1902), p. 2; Thompson (1988), p. 117; Huß (1994)b, p. 46; Lloyd (1994), p. 334.

81 Satrapenstele 3-4 = Urk. II,14,7-11; s.a. Hölbl (1994), p. 73 c. p. 296 n. 14; Volkmann (1959), p. 1640.

82 Mahaffy (1895), p. 45.

83 Vittmann (2003), p. 29; s.a. Huß (1994)b, p. 46.

84 Memphis konnte von seiner Lage her hauptsächlich eine innerägyptisch ausgerichtete Kontrollfunktion übernehmen, da es am südlichen Ende des Nildeltas sowohl Ober- als auch Unterägypten und deren gegenseitigen Zugang kontrollierte (Diod. 1,50,3; s.a. Rusch (1941), p. 933; Ellis (1994), pp. 6 & 29). Jedoch eignete sich die Stadt aufgrund der Binnenlage nicht als Machtzentrum eines Reiches, das sich an der hellenistischen Welt ausrichtete, innerhalb dieser im Handel mitwirken und zugleich seine dortigen Außenbesitzungen effektiv verwalten wollte (Hölbl (1994), p. 27; s.a. Huß (2001), pp. 121-122). Hinzu kam noch, daß Alexandreia gegenüber dem ägyptisch geprägten Memphis eine griechische Polis war, die zudem noch von Alexander dem Großen, auf dem die Ptolemaier ideologisch aufbauten, gegründet worden war. Demgemäß bildete die neugegründete Stadt aufgrund ihres Status und ihrer geographischen Lage eine wesentlich bessere Basis für die königliche Kultur- und Repräsentationspolitik als das alte ägyptische Zentrum (Green (1990), p. 84; s.a. Rostovtzeff (1953), Bd. I, p. 264; Binder (2003), pp. 49-50). Allerdings besteht ein äußerst schwerwiegender Nachteil der Lage der Stadt darin, daß die Stadt für jeden Invasor aus dem Mittelmeerraum praktisch auf dem Präsentierteller lag, solange die Ptolemaier nicht über Vorbastionen bzw. militärische Ressourcen zur Abwehr potentieller Feinde verfügten, während Memphis erheblich schwerer erreicht werden konnte. Deswegen dürfte Ptolemaios I. mit der Verlegung seiner Residenz anfangs noch eine Weile abgewartet haben (Turner (1984), p. 126; s.a. Fraser (1972), Bd. I, p. 134). Gemäß der Satrapenstele, die als einzige Quelle dieses Ereignis explizit erwähnt (l. 4 = Urk. II,14,12-16), muß dieses Ereignis jedoch spätestens zum Zeitpunkt der Niederschrift dieses Dokumentes, also im Jahre 311, erfolgt sein (Winnicki (1991), pp. 168-169; s.a. Hölbl (1994), pp. 27-28; Schneider (1994), p. 207; Jansen-Winkeln (1996), p. 464; Chauveau (1998)a, p. 76; Grimm (1998), p. 33); s.a. Caroli (2007), pp. 275-277.

Die erste Station der Leiche Alexanders des Großen befand sich in Memphis, das zugleich auch eine wichtige Station auf der Landroute von Syrien nach Alexandreia darstellte, da der direkte Marsch durch das Nildelta mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden war (Mahaffy (1898), p. 29 n. 1). Allerdings wurde der Leichnam relativ bald in die neue Hauptstadt des Ptolemaierreiches überführt. Dies geschah nach einer der Überlieferungen noch unter Ptolemaios I. (Curt. 10,10,20; s.a. Diod. 18,28,2-6 & Strab. 17,1,8 (p. 794) & Ail. var. 12,64 & [Kallisth.] 3,34,3-5; s.a. Bengtson (1975), p. 22; Green (1990), p. 13; Hölbl (1994), p. 16; Badian (2000), p. 537.) Pausanias weist diese Handlung dagegen Ptolemaios II. Philadelphos zu (Paus. 1,6,3 & 1,7,1; s.a. Bevan (1968), p. 19; Rubensohn (1910), pp. 83-86 passim; della Monica (1993), p. 19). Am plausibelsten scheint jedoch zu sein, daß Alexanders Leichnam wohl im Rahmen des Umzuges des Hofstaates von Memphis nach Alexandreia, also schon unter Ptolemaios I., mitüberführt wurde und somit neben dem Königspalast das Zentrum des Reiches bildete. Dafür spricht allein schon seine Wichtigkeit und symbolische Bedeutung unter dem ptolemaiischen König (Bouché-Leclercq (1903-1907), Bd. I, p. 124; s.a. Geier (1838), p. 24; Badian (1964), p. 179); s.a. Caroli (2007), pp. 199-201.

85 Huß (2001), pp. 216-217; s.a. Zivie (1982), pp. 30-31; Kees (1931), p. 665; Volkmann (1959), p. 1632.

86 Thompson (1988), pp. 3-4 & 9 & 108 & 139; s.a. Zivie (1982), pp. 30-31; Hölbl (1994), p. 70; Grimm (1998), p. 35.

87 Huß (2001), p. 217.

88 Huß (1994)b, pp. 93-96 passim; spätere dort angeführte Beispiele sollen hier nicht angeführt werden, da sich dort schon einiges eingespielt haben könnte.

89 Töpferorakel P3P. Oxy. 2332,50-52: καὶ τότε ὁ Ἀγαθὸς | Δαίμων καταλείφει τὴν κτιζομένην πόλιν καὶ ἀ|πελεύσεται εἰς τὴν θεοτόκον Μέμφιν·; P2P. Rainer ll. 28-30; P3P. Oxy. 2332,54-57; P2P. Rainer ll. 32-33; s.a. Fraser (1972), Bd. I, p. 684; Volkmann (1959), p. 1634; Koenen (1983), pp. 148-149; Koenen (2002), pp. 165-167.

90 Thompson (1988), p. 108.

91 s. Caroli (2007), p. 19.

92 Volkmann (1959), p. 1640; s.a. Bevan (1968), p. 30; Schneider (1994), p. 97.

93 s. Welwei (1997), p. 28.

94 s. Caroli (2007), p. 152.

95 Pfrommer (1999), pp. 37-40 & 45; s.a. Parlasca (2005), pp. 195-196; Pfrommer (2005), p. 368.

 

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