Dr. Christian A. Caroli – د. كْرِسْتْيَان أ. كَارُلِي

Das Aufeinandertreffen zweier Kulturen I

As-Sabil-Sammelbände für Kulturpluralismus, Band 2: Das Aufeinandertreffen von Kulturen (Coverbild)

Christian A. Caroli:

Das Aufeinandertreffen zweier Kulturen I:
Die Ägypter und die Fremdherrscher unter Alexander dem Großen und Ptolemaios I.

 

publiziert in:

Mohamed BadawiChristian A. Caroli (Hrg.):

As-Sabil-Sammelbände für Kulturpluralismus;

Band 2: Das Aufeinandertreffen von Kulturen,

S. 147-175.
 

Konstanz 2009 (badawi - artes afro arabica)
 

Umfang: 230 Seiten • Format: 24 x 17 cm • ISBN 13: 978-3-938828-26-7

Preis (bis 10/2015): EUR 29,95 (inkl. 7% MwSt.) • Preis (ab 11/2015): EUR 14,95 (inkl. 7% MwSt.)

 

Die Herrschaft der Ptolemaier zeichnete sich dadurch aus, daß die Herrscher als „griechische“ Könige, unterstützt durch eine makedonisch-griechische Oberschicht, über ein Reich herrschten, bei dem lediglich einige Außenbesitzungen zum griechischen Kulturbereich gehörten, während das Stammland von einer zahlenmäßigen Übermacht von Ägyptern bewohnt wurde.

Jedoch mußte für einen Ägypter aufgrund Konzeption der Maat als ewige und unveränderliche Ordnung des Kosmos jeder Ausländer, der nicht nach ihrer Ordnung lebte, als ein Repräsentant der Isfet, des Chaos, erscheinen, der im Sinne der Maat bekämpft werden mußte, da er den geordneten Kosmos bedrohte. Die neuen makedonischen Herren konnten zwar versuchen, die Rolle eines traditionellen Pharao zu übernehmen, aber dennoch blieben sie Makedonen, die auf ihre makedonisch-griechische Oberschicht angewiesen waren, die sich nicht von einem „Barbaren“ beherrschen lassen wollte. Indes mußte sich ein Ägypter mit dieser neuen Situation in irgendeiner Weise arrangieren, wenn er sein Leben in Ruhe und Frieden fortführen wollte.

Dies bedeutete allerdings nicht, daß er mit den neuen Herrschern zufrieden sein mußte, sondern er konnte auch seine Ressentiments gegen die Fremden weiterhin pflegen. Hierzu gehören auch gewisse Anspielungen in den mit autobiographischen Texten versehenen Denkmälern von Vertretern der lokalen Oberschichten. Zugleich gibt es noch den Typ des Ägypters, der es schaffte, beim König die Funktion eines Fachberaters für ägyptische Angelegenheiten zu übernehmen, in dieser Epoche Manethon.

 

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