Dr. Christian A. Caroli – د. كْرِسْتْيَان أ. كَارُلِي

Die Nihal European University in Sudan

Konzept zur Gründung einer europäischen Universität im afrikanisch-arabischen Raum – Die Nihal European University in Sudan (Coverbild)

Planungskommission der Nihal European University in Sudan (Hrg.):

Konzept zur Gründung einer europäischen Universität im afrikanisch-arabischen Raum – Die Nihal European University in Sudan (dt./engl.)
 

Konstanz 2007 (badawi - artes afro arabica)
 

Umfang: 119 Seiten dt. + 113 Seiten engl. • Format: 21 x 14,8 cm (A5) • ISBN 13: 978-3-938828-16-8

Preis (bis 10/2015): EUR 24,99 (inkl. 7% MwSt.) • Preis (ab 11/2015): EUR 14,95 (inkl. 7% MwSt.)

 

 

Konzept – Teil D: Einrichtungen, Verfassung und Organe der Nihal European University in Sudan

III.) Institute

g) Institut für Umwelt und Ressourcenmanagement

Dieses Institut soll zur Forschung und Bildung auf dem Gebiet der Umwelt und ihrer Beziehungen und Verknüpfungen mit dem Menschen ermutigen. Das Institut gewinnt seine Stärke durch die Mitarbeit von Mitgliedern und Studierenden der Nihal European University in Sudan, deren verschiedenste fachlichen Kompetenzen und Herangehensweisen genutzt werden sollen, um die Probleme der Umwelt zu bewältigen. Diese Zusammenarbeit ist notwendig, weil die gravierendsten Umweltprobleme häufig sehr komplex sind und daher die Zusammenarbeit von Mitgliedern der gesamten Universität erforderlich ist. Durch die Verbindung von Studierenden und Praktikern an der Nihal European University in Sudan soll die Qualität der wissenschaftlichen Arbeit an Umweltproblemen gesteigert werden.

Das Institut will den kommenden Absolventen eine umfassende interdisziplinäre Ausbildung im Bereich der Umwelt ermöglichen, um somit einen nachhaltigen Beitrag zum Schutz der Umwelt leisten. Durch das Veranstalten von Vorträgen, Symposien und öffentlichen Lesungen will das Institut aber allen Interessierten die Möglichkeit geben, mehr über die Umwelt und ihre Probleme zu erfahren.

Weiterhin besteht ein Ziel dieses Instituts darin, einen Beitrag zu einem sinnvollen Ressourcenmanagement zu leisten. Aufgrund der Tatsache, daß der Sudan zu den ölfördernden Ländern gehört, ist dieses Thema besonders wichtig. Die Ölvorkommen des Sudans und unserer Erde allgemein sind begrenzt, ebenso die anderen fossilen Brennstoffe wie Kohle und Gas. Um der Abhängigkeit vom Öl entgegenzuwirken, will das Institut die Forschung und Entwicklung erneuerbarer Energien vorantreiben. So könnten Forschungsprojekte zur Solartechnik in Zusammenarbeit mit Unternehmen und anderen Universitäten entstehen.

Da 35% des BIP im Sudan durch Agrarwirtschaft erwirtschaftet werden, ist es auch notwendig, daß sich das Institut mit den hierfür notwendigen Ressourcen beschäftigt. Hier sind die Ressourcen „Boden“ und „Wasser“ sicherlich von entscheidender Bedeutung. Diese beiden Ressourcen hängen eng miteinander zusammen. Bodenerosion bedingt die zunehmende Sedimentation von Dämmen und Flüssen sowie ein erhöhtes Risiko von Überschwemmungen der Flüsse und Meeresarme. Im Sudan gingen beispielsweise die Wasserreserven im Roseires-Stausee – der 80% der Energie des Landes liefert – in den vergangenen dreißig Jahren wegen der Sedimentation des Blauen Nils um 40% zurück.

Auch die weitere Ausbreitung der Desertifikation im Sudan muß gestopt werden, da durch sie die Böden unbrauchbar werden, was sich nachteilig für die Wirtschaft auswirkt. So könnte ein Projekt die Wiederaufforstung von Bäumen rund um Khartum beinhalten, da die Entwaldung von Gebieten zur Wüstenbildung beiträgt. Außerdem würde dies den Einwohnern von Khartum helfen; denn es gibt kaum oder gar keine Bäume im Umkreis von 90 km um Khartum. Dadurch ist es schwierig für die Bevölkerung, an Brennholz zu kommen.

In dem Institut für Umwelt und Ressourcenmanagement sollten daher folgende Bereiche behandelt werden, die sich auch überschneiden können:

  • Klima:
    Hier sollen die Auswirkungen des Treibhauseffekts für den Sudan und den Rest der Erde erforscht und Lösungsstrategien entwickelt werden.
  • Ökologie und Biodiversität:
    Dieser Bereich soll sich mit der Tier- und Pflanzenvielfalt des Sudans beschäftigen. Das Ziel besteht darin, die Artenvielfalt zu schützen und für künftige Generationen zu erhalten. So könnte u.a. der Schutz von bedrohten Tierarten wie der Addax (Wüstenantilope) oder der Wüstenrennmaus Teil der Arbeit dieses Bereichs sein.
  • Energieressourcen:
    Das Ziel dieses Bereichs besteht darin, Möglichkeiten zu finden, die vorhandenen Energieressourcen möglichst effizient zu nutzen und Strategien zu entwickeln, wie die Energieversorgung des Sudans nachhaltig und umweltschonend gesichert werden kann.
  • Politik, Gesellschaft und Umwelt:
    In diesem Bereich sollen die Möglichkeiten der Politik und der Gesellschaft zum Schutz der Umwelt eruiert werden. Insbesondere auch der schwierige Balanceakt zwischen Wirtschaft und Umwelt soll hier thematisiert und behandelt werden. Der Sudan ist ein Entwicklungsland und hat daher in erster Linie ein Interesse daran, die Wirtschaft und den Schuldenabbau voranzutreiben. Daß dabei die Nachhaltigkeit und der Schutz der Umwelt berücksichtigt werden, will dieser Bereich erreichen.

 

Die offizielle Internetpräsenz dieses Projektes finden Sie unter http://www.nihal.org.

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