As-Sabil al-Arabiyy:
Kombinierte Grundlagen der arabischen Grammatik
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D) Nomina (Substantive und Adjektive)
V.) Die Genitivkonstruktion
d) Genitivverbindungen mittels ḏū́ / ḏā́t – ذُو / ذَات
Eine klassische Variante für Genitivverbindungen besteht in der Verwendung des Wortes ḏū́ / ḏā́t – ذُو / ذَات. Formal handelt es sich hierbei um die Grundform der Demonstrativpronomina im status constructus, die im heutigen Arabisch als solche praktisch nicht mehr verwendet wird (s. E) III.) a) 1.) Die Formen).
Sie dient zur Bezeichnung von spezifischen Eigenschaften oder Zugehörigkeiten. Allerdings handelt es sich hierbei um einen äußerst formalen Sprachstil, so daß diese Konstruktion im Alltagsgebrauch kaum noch verwendet wird.
Das Wort ḏū́ / ḏā́t – ذُو / ذَات wird zwischen Bezugswort und Genitiv eingefügt. Hierbei stimmt es in Kasus (Fall), Genus (grammatikalischem Geschlecht) und Numerus (Anzahl) mit dem voranstehenden Bezugswort überein. Die Formen lauten:
|
Singular |
Dual |
Plural |
|||
|---|---|---|---|---|---|---|
Mask. |
Fem. |
Mask. |
Fem. |
Mask. |
Fem. |
|
Nom. |
ذُو ḏū́ |
ذَاتُ ḏā́tu |
ذَوَا ḏáwā |
ذَاتَا ḏā́tā |
ذَوُو ḏáwū |
ذَوَاتُ ḏawā́tu |
Gen. |
ذِي ḏī́ |
ذَاتِ ḏā́ti |
ذَوَيْ ḏáway |
ذَاتَيْ ḏā́tay |
ذَوِي ḏáwī |
ذَوَاتِ ḏawā́ti |
Akk. |
ذَا ḏā́ |
ذَاتَ ḏā́ta |
ذَوَيْ ḏáway |
ذَاتَيْ ḏā́tay |
ذَوِي ḏáwī |
ذَوَاتِ ḏawā́ti |
Alternativ gibt es im Maskulinum Plural noch die Formen ū́lū – أُولُو für den Nominativ und ū́lī – أُولِي für den Akkusativ und Genitiv. Die entsprechende Form für den Femininum Plural, ūlā́t – أُولَات mit jeweiliger Kasusendung, kommt äußerst selten vor. Im Femininum Dual werden außerdem noch die Formen ḏawā́tā – ذَوَاتَا für den Nominativ und ḏawā́tay – ذَوَاتَيْ für den Akkusativ und Genitiv verwendet.
Bezugswort und Genitiv stimmen dabei grundsätzlich in bezug auf ihre Determination überein, sind also beide mit einem Artikel versehen oder haben beide keinen.
nicht determiniert |
determiniert |
|---|---|
رَجُلٌ ذُو حَكْمَةٍ ráǧulun ḏū́ ḥákmatin (ein Mann von Weisheit) |
الرَّجُلُ ذُو الْحَكْمَةِ ar-ráǧulu ḏú l-ḥákmati (der Mann von Weisheit) |
Gelegentlich kann ḏū́ / ḏā́t – ذُو / ذَات auch ohne Bezugswort verwendet werden, um nominale Bezeichnungen auf Basis von Eigenschaften zu bilden. Oftmals wird diese Konstruktion auch im Deutschen recht poetisch mittels Herr von, Besitzer von, der mit oder das von übersetzt.
Beispiel |
|---|
ذُو الْقَرْنَيْنِ ḏú l-qarnáyni (der mit den zwei Hörnern (Alexander der Große)) |
ذَوُو الْقُرْبَى ḏáwu l-qúrbā (die von der Verwandtschaft = Verwandte) |
ذُو شُجِينَ ḏú šuǧī́na (von Zweigen = themenreich) |
In der Umgangssprache wird des öfteren lediglich die Form ḏū́ – ذُو für alle Genera (grammatikalischen Geschlechter), alle Numeri (Anzahlstände) und alle Kasus (Fälle) verwendet.
