As-Sabil al-Arabiyy:
Kombinierte Grundlagen der arabischen Grammatik
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H) Anhang
IV.) Übersicht wichtiger grammatikalischer Fachbegriffe
In diesem Abschnitt soll eine kurze Übersicht der wichtigsten grammatikalischen Begriffe mit kurzen Erläuterungen gegeben werden. Hierbei werden keine grammatikalischen oder sprachlichen Phänomene beschrieben – dies erfolgte im Hauptteil. Außerdem ist diese Übersicht hauptsächlich an der arabischen Grammatik ausgerichtet und nicht in allen Belangen auf alle Sprachen übertragbar. Des weiteren sei noch angemerkt, daß sie auf Ansätzen der traditionellen Grammatik beruht und es bei einzelnen Begriffen zu Abweichungen mit anderen Ansätzen kommen kann, die sich jedoch niemals durchsetzen konnten.
Abstraktum |
Als Abstrakta werden Substantive bezeichnet, die sich auf etwas nicht Gegenständliches beziehen (wie z.B. Glaube). |
|---|---|
Adjektiv |
Mittels eines Adjektivs bzw. Eigenschaftswortes wird einem Substantiv eine Eigenschaft zugewiesen. Es kann dabei substantiviert werden und somit eine Person bzw. einen Gegenstand mittels einer Eigenschaft kennzeichnen. |
Adverb |
Mittels eines Adverbs bzw. Umstandswortes können die Umstände einer Satzhandlung näher bestimmt, aber auch erweiternde Aussagen zu Adjektiven, Partizipien und anderen Adverbien getroffen werden. |
Adverbiale / adverbial |
Bei der Adverbialen (Bestimmung) handelt es sich im Rahmen der Syntax um das Satzglied, in dem Aussagen über die Umstände der Satzhandlung getroffen werden. |
Adverbialer Akkusativ |
Bei einem adverbialen Akkusativ handelt es sich um eine Nominalform im Akkusativ, die die Funktion einer adverbialen Bestimmung übernimmt. |
Adverbialsatz |
Adverbialsätze übernehmen im Rahmen des übergeordneten Satzes die Funktion einer Adverbialen. Die meisten Nebensätze gehören dieser Kategorie an. |
Adversativsatz |
Adversativsätze verbinden die Aussage des übergeordneten bzw. vorangehenden Satzes mit einer inhaltlich gegensätzlichen. |
Akkusativ |
Der Akkusativ oder wen-Fall bezeichnet im Normalfall das Objekt einer Satzhandlung. Er kann im Arabischen aber u.a. auch adverbiell oder prädikativ verwendet werden. |
Aktiv |
Beim Aktiv bzw. der Tätigkeitsform übt das Subjekt des Satzes die Handlung aus (z.B. er geht). |
Apokopat |
Der Jussiv wird aufgrund des Fehlens der Kurzendungen auch als Apokopat, die „abgeschnittene“ Form, bezeichnet. |
Apposition |
Bei einer Apposition bzw. Beistellung wird einem Substantiv zu dessen Erläuterung ein weiteres im gleichen Kasus beigestellt. Syntaktisch handelt es sich hierbei um eine attributive Konstruktion. |
Artikel |
Der Artikel bzw. das Geschlechtswort stellt eine genauere Bestimmung eines Nomens dar. In den semitischen Sprachen gibt es hierbei nur eine Entsprechung für den bestimmten Artikel (wie z.B. der, die, das), der das Nomen determiniert. |
Assimilation |
Als Assimilation wird in der Grammatik die Anpassung von Lauten an einen anderen bezeichnet. |
Attribut / attributiv |
Mittels eines Attributs wird ein Substantiv näher bestimmt. Es handelt sich hierbei im Rahmen der Syntax um ein eigenständiges Satzglied. |
Attributsatz |
Attributsätze übernehmen im Rahmen des übergeordneten Satzes die Funktion eines Attributs. Hierbei handelt es sich in den meisten Fällen um Relativsätze. |
Deklination |
Deklination ist der grammatikalische Fachbegriff für die Beugung der Nomina und Pronomina in die verschiedenen Kasus, Numeri und Genera. |
Demonstrativpronomen |
Demonstrativpronomina bzw. hinweisende Fürwörter verweisen auf einen bestimmten Gegenstand / Begriff bzw. auf eine bestimmte Gruppe von Gegenständen. Die gängigsten Vertreter dieser Wortgruppe sind im Deutschen dieser und jener. |
determiniert |
Ein Nomen wird als determiniert oder bestimmt bezeichnet, wenn es mit einem Artikel (Geschlechtswort) versehen ist, es sich um einen Eigennamen handelt oder sonstige grammatikalische Regeln greifen. |
Diminutiv |
Beim Diminutiv handelt es sich um die Verkleinerungsform von Substantiven. |
Diphthong |
Bei Diphthongen bzw. Doppellauten handelt es sich um Lautkombinationen (z.B. au oder ai). |
Diptota |
Als Diptota bzw. zweiendig werden die Nomina bezeichnet, die bei den indeterminierten Formen des Singulars oder des gebrochenen Plurals nur zwei Endungen und keine Nunation aufweisen. |
Dual |
Der Dual ist der Numerus (Anzahlzustand) der Zweizahl. |
Elativ |
Beim Elativ handelt es sich um eine Steigerungsform des Adjektivs, mit dessen Hilfe der intensive Charakter einer Eigenschaft betont wird. |
Femininum |
Mittels des Begriffes Femininum wird das Genus (grammatikalische Geschlecht) des Weiblichen bezeichnet. |
Finalsatz |
Finalsätze dienen zur Angabe eines Zweckes der Handlung des übergeordneten Satzes. |
Flexion |
Flexion dient als Oberbegriff für jegliche Form grammatikalischer Beugung, also sowohl für die Deklination als auch für die Konjugation. |
Futur |
Beim Futur handelt es sich um die Zeitstufe der Zukunft (z.B. er wird gehen). Sie kann in semitischen Sprachen auch durch die Form des Präsens (Imperfekt) ausgedrückt werden, jedoch gibt es z.B. im Arabischen verstärkende Partikel hierfür. |
Futur II |
Durch das Futur II wird das Verhältnis der Vorzeitigkeit zu einer in der Zukunft stattfindenden Handlung bzw. die sichere Erwartbarkeit einer in der Zukunft stattfindenden Handlung ausgedrückt (z.B. er wird gelesen haben). |
Genitiv |
Der Genitiv oder wessen-Fall wird in der Regel zur Anzeige des Besitzers oder in Abhängigkeit von Präpositionen verwendet. |
Genitivkonstruktion |
Als Genitivkonstruktion bezeichnet man die Verbindung von Bezugswort und Genitiv, die in den semitischen Sprachen speziellen Regeln folgt. Daneben gibt es noch die sogenannte uneigentliche Genitivkonstruktion. |
Genus |
Mittels des Begriffs des Genus wird das grammatikalische Geschlecht einer Wortform bezeichnet, also ob es z.B. im Arabischen als ein Maskulinum oder als ein Femininum behandelt wird. Dieses muß nicht immer mit dem natürlichen Geschlecht einer Sache übereinstimmen, indem Maskulina oder Feminina auch Gegenstände bezeichnen können. |
Genus verbi |
Das Genus verbi bezeichnet die Handelsrichtung einer Verbalform. Sowohl die deutsche als auch die arabische Sprache kennen hierbei das Aktiv und das Passiv. |
Grundstamm |
Der Grundstamm bzw. I. Stamm wird in der Form des Perfekts lediglich durch die Verbindung der Radikale mittels Kurzvokalen gebildet, ohne daß die sonst üblichen Erweiterungsmöglichkeiten verwendet werden. |
Halbvokal |
Bei Halbvokalen handelt es sich um Laute, deren Lautwert neben einem konsonantischem Wert auch zu einem vokalischen hin tendiert. Im Arabischen werden sie auch zur Darstellung von langen Vokalen oder Diphthongen verwendet. |
Hauptsatz |
Bei einem Hauptsatz handelt es sich um einen Satz bzw. Teilsatz, der keinem anderen Teilsatz untergeordnet ist und in dieser Form für sich alleine stehen kann. |
Hindi-Ziffern |
Als Hindi-Ziffern werden die aus Indien stammenden Ziffern bezeichnet, die im ostarabischen Raum statt der in Europa üblichen arabischen Ziffern benutzt werden. |
Imperativ |
Der Imperativ bzw. die Befehlsform ist der Modus des Befehls (z.B. geh). Im Deutschen und Arabischen kommt er als eigene Form nur in der 2. Person vor. |
Imperfekt |
Beim Imperfekt handelt es sich in vielen indoeuropäischen Sprachen um eine Zeitstufe der Vergangenheit. In den semitischen Sprachen dient das Imperfekt hingegen zur Betonung des Verlaufs einer Handlung, die in der Regel noch unvollendet ist, und besitzt somit meistens Gegenwartscharakter mit Reichweite in die Zukunft. Aus diesem Grund wird es auch als Präsens bezeichnet. |
Indefinitpronomen |
Bei Indefinitpronomina bzw. unbestimmten Fürwörtern handelt es sich um Platzhalter für Nomina, bei denen nicht auf die einzelnen Personen oder Gegenstände weiter eingegangen wird, sondern die in irgendeiner Weise unbestimmt bleiben. Typische Vertreter sind im Deutschen jemand, einige und mehrere, aber auch jeder und alle. |
Indefinitus |
Bei konditionalen Satzgefügen wird der Realis auch gerne als Indefinitus bezeichnet, da oftmals keine genauere Aussage über den Wahrscheinlichkeitsgrad des Eintretens der Bedingung getroffen wird. |
indeterminiert |
Ein Nomen, das nicht determiniert ist, gilt als indeterminiert bzw. unbestimmt. |
Indikativ |
Der Indikativ bzw. die Wirklichkeitsform drückt als Modus eine Handlung aus, die für wirklich gehalten wird. Es handelt sich hierbei um den Standardmodus für Aussagen (z.B. er geht, er sieht). |
Indoeuropäische Sprachen |
Die indoeuropäischen bzw. indogermanischen Sprachen zeichnen sich untereinander durch eine gewisse Sprachähnlichkeit und ähnliche sprachliche und grammatikalische Strukturen aus. Zu ihnen gehören neben dem Deutschen die meisten anderen Sprachen Europas wie z.B. die romanischen oder slawischen Sprachen, aber auch u.a. die indoiranischen Sprachen. |
Infinitiv |
Beim Infinitiv handelt es sich im Deutschen und vielen anderen indoeuropäischen Sprachen um die Nennform eines Verbes, die sich weder auf eine Person, noch einen Numerus bezieht (z.B. gehen). Im Arabischen gibt es keine direkte Entsprechung, sondern der arabische Infinitiv entspricht von seiner Funktionsweise her eher einem substantivierten Infinitiv (z.B. das Gehen) und wird deswegen auch als Verbalsubstantiv bezeichnet. |
Infix |
Als Infix werden zusätzliche Silben oder Konsonanten bezeichnet, die in eine Wortform zwischen zwei Buchstaben eingefügt werden. |
Intensitätsform |
Mittels der Intensitätsform kann der intensive oder gewohnheitsmäßige Charakter einer Handlung betont werden. Im heutigen Arabisch hat sie meist eine übertragene Bedeutung. |
Interrogativpronomen |
Interrogativpronomina bzw. Fragewörter dienen zur Einleitung von Fragesätzen und geben hierbei auch Auskunft über die Art der gefragten Information. |
intransitiv |
Als intransitiv werden die Verben bezeichnet, die nicht mit einem Objekt im Akkusativ ergänzt werden. |
Irrealis |
Beim Irrealis wird das Eintreten eines Ereignisses bzw. einer Bedingung für unwahrscheinlich gehalten. |
Jussiv |
Der Jussiv bzw. die Aufforderungsform beinhaltet als Modus in vielen Sprachen eine Aufforderung. Im heutigen Arabisch besitzt er jedoch nur äußerst selten eigenständige Bedeutung, sondern wird durch bestimmte Konjunktionen oder Partikeln bedingt. Er wird auch als Apokopat bezeichnet. |
Kardinalzahl |
Bei den Kardinalzahlen handelt es sich um die Grundzahlen, also um die eigentlichen Zahlformen (eins, zwei, drei …) |
Kasus |
Als Kasus werden die verschiedenen Fälle der Nomina bezeichnet. Die arabische Sprache kennt als Kasus den Nominativ, den Akkusativ und den Genitiv. |
Kausalsatz |
Mittels Kausalsätzen wird eine Begründung für die Handlung oder Aussage des übergeordneten Satzes angeführt. |
Kohortativ |
Beim Kohortativ handelt es sich um eine verbale Konstruktion, durch die einer Aufforderung Ausdruck verliehen werden soll (z.B. laßt uns gehen). |
Kollektiva |
Kollektiva bzw. Sammelbegriffe sind Wörter, die formal im Maskulinum Singular stehen und eine nicht abgezählte Menge untereinander gleicher bzw. ähnlicher Gegenstände oder Personen bezeichnen. |
Komparation |
Als Komparation bezeichnet man die Steigerung von Adjektiven und adjektivisch gebrauchten Wortformen. |
Komparativ |
Im Rahmen der Komparation (Steigerung) von Adjektiven wird die Vergleichsstufe als Komparativ bezeichnet. |
Komparativsatz |
Komparativsätze dienen zum Vergleich der Situation der Handlung des übergeordneten Satzes mit einer anderen. |
Kompositum |
Als Komposita werden Zusammensetzungen von mehreren Wörtern bzw. Wortformen zu einem neuen Wort bezeichnet wie z.B. auf-schreiben oder Schul-buch. |
Konditionalsatz |
Mittels Konditionalsätzen bzw. Bedingungssätzen wird mitgeteilt, unter welchen Bedingungen die Aussage des übergeordneten Satzes eintreten muß. Hierbei kann auch einem bestimmten Wahrscheinlichkeitsgrad Ausdruck verliehen werden, und zwar üblicherweise in Form des Realis bzw. Indefinitus, des Potentialis und des Irrealis. |
Kongruenz |
Als Kongruenz wird das Prinzip der Übereinstimmung zweier zusammengehörender Wörter innerhalb eines Satzes in bezug auf bestimmte formale Kriterien bezeichnet, die durch entsprechende Regeln festgelegt sind. Zu diesen Kriterien gehören z.B. Kasus, Numerus, Genus oder Determination. |
Konjugation |
Konjugation ist der grammatikalische Fachbegriff für die Beugung von Verbalformen in die verschiedenen Personen, Genera, Numeri, Tempora, Modi und Genera verbi. |
Konjunktion |
Mittels Konjunktionen bzw. Bindewörtern werden Wörter, Wortgruppen oder Teilsätze miteinander verbunden. Sie können hierbei zwei Hauptsätze miteinander verknüpfen, aber auch einen untergeordneten Satz einleiten. In diesem Fall werden sie auch als Subjunktionen bezeichnet. |
Konjunktiv |
Der Konjunktiv bzw. die Möglichkeitsform drückt als Modus in vielen Sprachen eine Handlung aus, die für möglich gehalten wird. Im Arabischen besitzt er jedoch keine eigenständige Bedeutung, sondern wird durch bestimmte Konjunktionen oder Partikeln bedingt. Er wird auch als Subjunktiv bezeichnet. |
Konsekutivsatz |
Mittels Konsekutivsätzen wird eine aus der Handlung des übergeordneten Satzes resultierende Folge angeführt. |
Konsonant |
Bei Konsonanten bzw. Mitlauten handelt es sich um Laute, die in der Regel nicht alleine, sondern zusammen mit einem Vokal (Selbstlaut) ausgesprochen werden (z.B. s). |
Kontraktion |
Kontraktion bzw. Zusammenziehung bezeichnet das Phänomens des Zusammenziehen bzw. Verschmelzens mehrerer Laute zu einem neuen. |
Konzessivsatz |
Mittels Konzessivsätzen wird einem Zugeständnis oder einer Einschränkung gegenüber der Aussage des übergeordneten Satzes Raum gegeben. |
Kurrentschrift / Kursive |
In einer Kursivschrift bzw. Kursive werden die Buchstaben innerhalb eines Wortes in der Regel miteinander verbunden. |
Ligatur |
Bei einer Ligatur handelt es sich um eine Verschmelzung von mehreren Buchstaben in ein neues Zeichen. Das berühmteste deutsche Beispiel ist das Eszett (ß / |
Lokalsatz |
Lokalsätze dienen der Ortsangabe der Handlung des übergeordneten Satzes. |
Maskulinum |
Mittels des Begriffes Maskulinum wird das Genus (grammatikalische Geschlecht) des Männlichen bezeichnet. |
Modalsatz |
Mittels Modalsätzen wird die Art und Weise der Handlung des übergeordneten Satzes angegeben. |
Modalverb |
Mittels eines Modalverbs wird die Art des Verhältnisses zwischen dem Subjekt (Handelnden) des Satzes und der Aussage des Satzes aufgebaut. Die typischen Modalverben im Deutschen sind können, sollen, wollen, müssen, mögen und dürfen. |
Modus |
Der Modus bzw. die Aussageweise eines Verbes drückt die Stellungnahme des Sprechers zur Handlung aus. Im Arabischen gibt es insbesondere den Indikativ, den Konjunktiv (Subjunktiv), den Jussiv (Apokopat) und den Imperativ. |
Mondbuchstaben |
Als Mondbuchstaben werden diejenigen Buchstaben des arabischen Alphabets bezeichnet, bei denen das ل (lā́m) des Artikels als Laut erhalten bleibt. |
Nebensatz |
Bei einem Nebensatz handelt es sich um einen Teilsatz, der einem anderen Teilsatz untergeordnet ist und in dieser Form nicht für sich alleine stehen kann. |
Negation |
Als Negation wird zum einen die Verneinung im allgemeinen, aber auch eine Partikel zur Verneinung im konkreten (z.B. nicht) bezeichnet. |
Neutrum |
Mittels des Begriffes Neutrum wird in den indoeuropäischen Sprachen das Genus (grammatikalische Geschlecht) des Sächlichen bezeichnet. Es ist in den semitischen Sprachen nicht vorhanden. |
Nomen |
Bei Nomen handelt es sich um einen Überbegriff für die bezeichnenden Wortarten Substantiv, Adjektiv und Numerale. |
Nomen unitatis |
Mittels des Nomen unitatis wird bei Kollektiva, die Gattungen bezeichnen, das Einzelexemplar benannt. |
Nomen vicis |
Bei dem Nomen vicis handelt es sich um eine spezielle Form des Infinitivs bzw. Verbalsubstantivs, die den einmaligen Vollzug einer Handlung betont. |
Nominalsatz |
Nominalsätze enthalten im Gegensatz zu Verbalsätzen – abgesehen von eventuellen Nebensätzen – nur Nominalformen, aber keine Vollverben. Hierbei handelt es sich in den semitischen Sprachen um eine Entsprechung der im Deutschen üblichen Verwendung des Hilfsverbes sein. |
Nominativ |
Der Nominativ oder wer-Fall bezeichnet in der Regel das Subjekt (den Ausübenden) einer Satzhandlung. |
Numerale |
Der Begriff der Numeralia faßt in der Grammatik alle Formen von Zahlwörtern zusammen. |
Numerus |
Als Numerus werden die möglichen Anzahlzustände einer Wortform bezeichnet. Im Arabischen gibt es neben dem Singular (Einzahl) und dem Plural (Mehrzahl) noch den Dual (Zweizahl). |
Nunation |
Der Begriff Nunation bezeichnet das Phänomen, daß bei den meisten Nomina die Kasusendungen des Singulars oder gebrochenen Plurals im indeterminierten Zustand um ein ‑n erweitert werden. |
Objekt |
Beim Objekt handelt es sich im Rahmen der Syntax um das Satzglied, in dem das Ziel der Satzhandlung, an dem diese ausgeübt wird, genannt wird. |
Objektsatz |
Objektsätze übernehmen im Rahmen des übergeordneten Satzes die Funktion eines Objekts. Hierbei handelt es sich meistens um Sätze mit daß oder indirekte Fragesätze, die mittels Interrogativpronomina oder ob eingeleitet werden. |
Objektsuffix |
Die Objektsuffixe werden in den semitischen Sprachen in Verbindung mit einer Verbalform statt der in den indo-europäischen Sprachen üblichen Personalpronomina im Akkusativ (z.B. mich, dich, ihn …) verwendet. |
Ordinalzahl |
Bei den Ordinalzahlen handelt es sich um die Ordnungszahlen, also um die Zahlformen, mit deren Hilfe eine Reihenfolge erstellt werden kann (erster, zweiter, dritter …) |
Partikel |
Bei der Partikel handelt es sich um einen Sammelbegriff für alle Wörter, die nicht in eine andere Wortgruppe passen, also nicht Nomina, Pronomina, Verben, Adverbien, Präpositionen oder Konjunktionen sind. Gelegentlich wird dieser Begriff auf alle Wörter ausgeweitet, die nicht flektiert, also weder dekliniert noch konjugiert, werden können. |
Partizip |
Beim Partizip bzw. Mittelwort handelt es sich um eine Form des Verbes, die Eigenschaften eines Nomens, also eines Substantives oder Adjektives, übernimmt. Oftmals gibt es Varianten im Aktiv (z.B. lesend) und im Passiv (z.B. gelesen). |
Passiv |
Beim Passiv bzw. der Leideform wird die Ausübung einer Handlung betont, die an einem eventuellen Subjekt ausgeführt wird. |
Pausalform |
Als Pausalformen werden die Formen bezeichnet, die Wörter vor einer Sinnpause wie z.B. Satz- oder Teilsatzende einnehmen. Im formalen Sprachgebrauch zeichnen diese sich dadurch aus, daß sie oftmals keine Deklinationsendungen erhalten. |
Perfekt |
Beim Perfekt handelt es sich um eine Zeitstufe der Vergangenheit. In den semitischen Sprachen dient das Perfekt zur Feststellung einer Handlung und besitzt somit in der Regel einen Vergangenheitscharakter. |
Person |
Im Bereich der Konjugation von Verbalformen, aber auch bei manchen Formen der Pronomina wird zwischen verschiedenen möglichen Konstellationen von Sprecher und beschriebener Person bzw. beschriebenem Gegenstand unterschieden. In den meisten Sprachen gibt es hierfür drei Varianten (Personen):
|
Personalpronomen |
Die Personalpronomina bzw. persönlichen Fürwörter vertreten im Rahmen des Satzkontextes die Vertreter der 1., 2. oder 3. Person (z.B. ich, du, er, wir …). Im Arabischen kommen sie als solches nur im Nominativ vor. |
Personalsuffix |
Die Personalsuffixe ersetzen im Akkusativ und im Genitiv die Personalpronomina, die als solche ausschließlich im Nominativ vorkommen. Sie werden direkt an die Wortform angehängt, von der sie grammatikalisch abhängen. Sie kommen als Possessivsuffixe, als Objektsuffixe und als Ergänzungen zu Präpositionen vor. |
Plural |
Der Plural ist der Numerus (Anzahlzustand) der Mehrzahl. Es gibt hierbei den gesunden, der regelmäßig durch Anhängen einer bestimmten Endung gebildet wird, und den gebrochenen, der sich durch eine unregelmäßige Bildung auszeichnet. |
Plusquamperfekt |
Das Plusquamperfekt bzw. die Vorvergangenheit wird in der Regel verwendet, um auszudrücken, daß eine Handlung vor einer anderen in der Vergangenheit stattgefunden hat, oder um eine besondere zeitliche Distanz zur Gegenwart zu betonen (z.B. er hatte gelesen). |
Polarität |
Der Begriff der Polarität bezeichnet die in den semitischen Sprachen übliche Erscheinung, daß bei den Kardinalzahlen von 3 bis 10 die Zahlwörter von ihrer Form her mit ihrem Bezugswort im Genus nicht übereinstimmen, sondern das gegenteilige annehmen. |
Positiv |
Im Rahmen der Komparation (Steigerung) von Adjektiven wird die Grundstufe als Positiv bezeichnet. |
Possessivsuffix |
Die Possessivsuffixe werden in den semitischen Sprachen statt der in den indoeuropäischen Sprachen üblichen Possessivpronomina (besitzanzeigenden Fürwörter) verwendet. Durch sie werden Besitzverhältnisse angezeigt (z.B. mein, dein …) |
Potentialis |
Beim Potentialis wird das Eintreten eines Ereignisses bzw. einer Bedingung für möglich gehalten. |
Prädikat |
Beim Prädikat handelt es sich im Rahmen der Syntax um das Satzglied der eigentlichen Satzaussage. Es besteht in der Regel aus einer konjugierten Form eines Verbs oder einem Prädikatsnomen mit einem eventuellen Hilfsverb. |
Prädikativum / prädikativ |
Mittels eines Prädikativums wird die Art und Weise bzw. der Zustand, in der das Subjekt die Handlung des Satzes ausführt bzw. das Objekt diese erfährt, spezifiziert. |
Prädikatsnomen |
Als Prädikatsnomen wird eine nominale Wendung bezeichnet, die z.B. im Rahmen eines Nominalsatzes entweder alleine oder zusammen mit einem Hilfsverb wie sein die Funktion des Prädikats übernimmt. |
Präfix |
Als Präfix werden zusätzliche Vorsilben zu einer Wortform bezeichnet. |
Präposition |
Mittels Präpositionen bzw. Verhältniswörtern werden Beziehungen zwischen Personen, Gegenständen oder Sachverhalten ausgedrückt (z.B. vor, nach, in, gegen …) |
Präsens |
Beim Präsens handelt es sich um die Zeitstufe der Gegenwart. In den semitischen Sprachen wird diese Bezeichnung alternativ für die Form des Imperfekts verwendet, das die unvollendete Handlung beschreibt. |
privativ |
Als privativ werden Formen bzw. Präfixe bezeichnet, die das Wort, mit dem sie in Verbindung stehen, seiner Bedeutung „berauben“ und es in irgendeiner Form ins Gegenteil umkehren oder negieren (verneinen). |
Prohibitiv |
Als Prohibitiv bzw. Verhinderungsform wird der verneinte Befehl bezeichnet. In der Grammatik vieler Sprachen wird hiermit auch die Ersatzkonstruktion für den negierten Imperativ bezeichnet, wenn die Form des Imperativs als solche nicht mit einer Negation versehen werden kann. |
Pronomen |
Bei Pronomina bzw. Fürwörtern handelt es sich um Formen, die in einem Satz an der Stelle eines Nomens stehen und eine Platzhalterfunktion für dieses übernehmen. |
R1 / R2 / R2 (/ R4 / R5) |
Mittels R1, R2, R2, R4, R5 werden die einzelnen Radikale (Wurzelkonsonanten) einer Form bezeichnet und durchnumeriert. |
Radikal |
Die einzelnen Konsonanten einer Wurzel werden als Radikale bzw. Wurzelkonsonanten bezeichnet. |
Realis |
Beim Realis wird das Eintreten eines Ereignisses bzw. einer Bedingung für durchaus real gehalten, bzw. es wird keine genauere Aussage über den Wahrscheinlichkeitsgrad getroffen, weswegen bei konditionalen Satzgefügen auch vom Indefinitus gesprochen wird. |
Reflexivpronomen |
Mittels Reflexivpronomina bzw. rückbezüglichen Fürwörtern wird ein Bezug zum Subjekt des Satzes aufgebaut und auf dieses zurückverwiesen. Ein Beispiel im Deutschen stellt die Form sich dar. |
Relativpronomen / Relativindikator |
Ein Relativpronomen bzw. bezügliches Fürwort vertritt in den indoeuropäischen Sprachen in einem Relativsatz ein Substantiv des übergeordneten Satzes. In den semitischen Sprachen existiert lediglich ein sogenannter Relativindikator, der den Beginn eines (determinierten) Relativsatzes markiert. |
Relativsatz |
Mittels eines Relativsatzes werden ergänzende Aussagen zu einem Satzglied des übergeordneten Satzes getroffen. Hierbei dienen attributive Relativsätze zur näheren Bestimmung eines genannten Substantivs, während substantivische Relativsätze an die Stelle eines Substantives treten. |
Reziprokpronomen |
Mittels eines Reziprokpronomens bzw. wechselseitigen Fürwortes wird das gegenseitige Handeln der Subjekte aneinander betont (im Sinne von einander, gegenseitig oder gemeinsam). |
Satzfrage |
Eine Satzfrage fragt nach der Richtigkeit einer bestimmten Aussage. Als Antwort wird eine Bejahung oder Verneinung erwartet. |
Semantik |
Die Semantik bzw. Bedeutungslehre befaßt sich im Gegensatz zur Syntax mit den inhaltlichen Funktionen einzelner Satzglieder oder Teilsätze. |
Semitische Sprachen |
Die semitischen Sprachen zeichnen sich untereinander durch eine gewisse Sprachähnlichkeit und ähnliche sprachliche und grammatikalische Strukturen aus. Zu ihnen gehören neben dem Arabischen u.a. das Hebräische und die aramäischen Sprachen. |
Singular |
Der Singular ist der Numerus (Anzahlzustand) der Einzahl. |
Sonnenbuchstaben |
Als Sonnenbuchstaben werden diejenigen Buchstaben des arabischen Alphabets bezeichnet, an die das ل (lā́m) des Artikels lautlich assimiliert (angepaßt) wird. |
Stamm |
Die Bedeutungen eines Verbes können in den semitischen Sprachen durch bestimmte Erweiterungen variiert werden. Die verschiedenen Variationen werden im Arabischen als Stämme bezeichnet und von I bis XV durchnumeriert. |
Status |
Der Begriff Status bezeichnet in den semitischen Sprachen eine Kategorie von Formzuständen, die ein Nomen einnehmen kann. Im Arabischen gibt es den status constructus, in dem das Bezugswort einer Genitivverbindung steht, während ein freistehendes Wort im status absolutus steht. |
Subjekt |
Beim Subjekt handelt es sich im Rahmen der Syntax um das Satzglied, in dem der Ausübende der Satzhandlung genannt wird. |
Subjektsatz |
Subjektsätze übernehmen im Rahmen des übergeordneten Satzes die Funktion einer Subjekts. Hierbei handelt es sich meistens um Sätze mit daß oder indirekte Fragesätze die mittels Interrogativpronomina oder ob eingeleitet werden. |
Subjunktion |
Konjunktionen, die einen untergeordneten Teilsatz einleiten (z.B. weil, wenn), werden gelegentlich auch als Subjunktionen bezeichnet. |
Subjunktiv |
Der Konjunktiv wird analog zu den grammatikalischen Begriffen anderer Sprachen auch als Subjunktiv bezeichnet. |
Substantiv |
Substantive bzw. Hauptwörter stellen die Wortart zur Bezeichnung von Personen, Lebewesen oder Sachen dar. Sie können alle mit einem Artikel versehen werden. |
Suffix |
Als Suffix werden zusätzliche Silben bezeichnet, die an eine Wortform angehängt werden. |
Superlativ |
Im Rahmen der Komparation (Steigerung) von Adjektiven wird die Höchststufe als Superlativ bezeichnet. |
Syntax |
Als Syntax bzw. Satzlehre wird die formale Ordnung der einzelnen Teile eines Satzes zu seiner Gesamtheit verstanden. Jedes Glied übernimmt im Rahmen der Gesamtordnung des Satzes hierbei eine sogenannte syntaktische Funktion. |
Temporalsatz |
Mittels Temporalsätzen wird eine zeitliche Verknüpfung zwischen der Handlung des übergeordneten und der des untergeordneten Teilsatzes aufgebaut. Diese kann hierbei gleichzeitig, vorzeitig oder nachzeitig sein. |
Tempus |
Beim Tempus handelt es sich in den indoeuropäischen Sprachen um die Zeitstufe einer Verbalform. In den semitischen Sprachen drücken die Tempora hingegen eher Formen des Handlungszustandes aus. |
transitiv |
Als transitiv werden die Verben bezeichnet, die mit einem Objekt im Akkusativ ergänzt werden. |
Triptota |
Als Triptota bzw. dreiendig werden die Nomina bezeichnet, die bei den indeterminierten Formen des Singulars oder des gebrochenen Plurals drei Endungen und die Nunation aufweisen. |
Verb |
Mittels eines Verbes bzw. Tätigkeitswortes wird eine Tätigkeit, ein Geschehen oder ein Zustand angeführt (z.B. gehen, leben, existieren). |
Verbalsatz |
Verbalsätze beinhalten als zentrales Element der Satzaussage eine Verbalform. Der minimale Verbalsatz besteht aus einem Verb ohne weitere Ergänzung. |
Verbalsubstantiv |
Da der arabische Infinitiv von seiner Funktionsweise her eher einem substantivierten Infinitiv (z.B. das Gehen) entspricht, wird er auch als Verbalsubstantiv bezeichnet. |
Vokal |
Bei Vokalen bzw. Selbstlauten handelt es sich um Laute, die ohne weitere Schwierigkeiten alleine ausgesprochen werden (z.B. a, i, u). |
Vokativ |
Der Vokativ oder Anredefall wird benutzt, um eine Person anzusprechen. |
Wortfrage |
Bei der Wortfrage wird mittels eines Interrogativpronomens (Fragewortes) ein Sachverhalt erfragt. Das Hauptgewicht der Frage liegt dabei auf diesem Pronomen. |
Wurzel |
Als Wurzeln werden in den semitischen Sprachen Kombinationen von in der Regel drei Wurzelkonsonanten bezeichnet, die eine bestimmte Grundbedeutung besitzen. Aus ihnen werden die meisten Wortformen abgeleitet. Die starken Wurzeln sind regelmäßig, während bei den schwachen Wurzeln einer oder mehrere der Radikale Unregelmäßigkeiten hervorrufen. |
Wurzelkonsonant |
Die einzelnen Konsonanten einer Wurzel werden als Radikale bzw. Wurzelkonsonanten bezeichnet. |
Zustandssatz |
Beim Zustandssatz handelt es sich um eine prädikative Ergänzung in Form eines Teilsatzes, durch den die Art und Weise bzw. der Zustand, in der das Subjekt (der Handelnde) des übergeordneten Satzes die Tätigkeit des Satzes ausführt, oder die allgemeinen Umstände der Handlung spezifiziert werden. |
